Was ist der Unterschied zwischen Grillen und Zikaden?

Die Faszinierende Welt der Grillen

05/08/2024

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Das Zirpen der Grillen ist für viele der Inbegriff warmer Sommernächte. Doch hinter diesem vertrauten Klang verbirgt sich eine erstaunlich komplexe Welt voller faszinierender Anpassungen, ausgeklügelter Kommunikationsstrategien und überraschender Interaktionen mit dem Menschen. Diese kleinen Musiker der Natur sind weit mehr als nur Geräuschemacher; sie sind Überlebenskünstler, territoriale Kämpfer und sogar begehrte Haustiere. Begleiten Sie uns auf eine Entdeckungsreise in das verborgene Leben dieser bemerkenswerten Insekten.

Welche Arten von Grillen gibt es?
In mehreren Unterfamilien gibt es weltweit über hundert verschiedene Arten der Echten Grillen, hier eine Auswahl: Die Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae) gehören nicht zu den Echten Grillen, sondern bilden innerhalb derselben Ordnung eine eigene Familie. Faunabox (Kunststoff; Japan 2003) und chinesischer Grillenkäfig (Holz, Kürbis, Glas; China Anf.

Grillen gehören zur Ordnung der Heuschrecken und sind auf den ersten Blick oft mit Laubheuschrecken zu verwechseln. Doch es gibt charakteristische Merkmale, die sie einzigartig machen. Wie ihre Verwandten besitzen Grillen verlängerte Hinterbeine, die perfekt an das Springen angepasst sind, sowie lange, schnurartige Fühler, die als Antennen dienen. Ein entscheidender Unterschied zu den Laubheuschrecken liegt in der Art, wie sie ihre Vorderflügel in Ruhestellung halten: Während Laubheuschrecken ihre Flügel dachartig aneinanderlegen, liegen die Deckflügel bei Grillen flach übereinander, wobei fast immer der rechte über dem linken Vorderflügel positioniert ist. Alle Grillen sind wärmeliebende Tiere und gehören zu den Hemimetabolen. Das bedeutet, dass ihre Larven und Nymphen den ausgewachsenen Tieren sehr ähnlich sehen und sie kein Puppenstadium durchlaufen. Ihre Entwicklung ist direkt und faszinierend.

Inhaltsverzeichnis

Die komplexe Kommunikation der Grillen: Eine Symphonie der Nacht

Die wohl bekannteste Eigenschaft der Grillen ist ihr Gesang. Diese Stridulation ist eine Form der Lauterzeugung, die ausschließlich von männlichen Grillen praktiziert wird. Sie reiben dabei eine gezähnte Schrillader auf der Unterseite des rechten Vorderflügels rasch über die Hinterkante des linken Vorderflügels. Dieses rhythmische Hin- und Herbewegen erzeugt das charakteristische Zirpen, das wir alle kennen. Doch dieser Gesang ist weit mehr als nur ein schönes Geräusch; er dient zwei wesentlichen Zwecken: der Revierabgrenzung gegenüber Rivalen und der Anlockung von Weibchen zur Paarung. Es ist eine akustische Visitenkarte, die sowohl Stärke als auch Paarungsbereitschaft signalisiert.

Interessanterweise kann man anhand der von bestimmten Grillenarten innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls ausgestoßenen Laute sogar auf die aktuelle Lufttemperatur schließen. Dies ist bekannt als das Dolbearsche Gesetz und zeigt, wie eng die biologischen Prozesse dieser Tiere mit ihrer Umwelt verbunden sind. Die Präzision, mit der sie ihre Botschaften übermitteln, ist bemerkenswert und ein Beweis für ihre hochentwickelte sensorische Wahrnehmung.

Liebe und Überleben: Fortpflanzungsstrategien

Wie bei vielen anderen Tierarten streben auch die Weibchen der Grillen eine möglichst große Anzahl von Sexualpartnern an. Eine Forschergruppe um Tracie Ivy von der Illinois State University (USA) hat herausgefunden, dass Weibchen der Südlichen Hausgrille (Gryllodes sigillatus, auch Kurzflügelgrille genannt) ihre zahlreichen Sexualpartner mit ihrem Duft markieren. Dies ermöglicht es ihnen, eine erneute Paarung mit demselben Männchen zu vermeiden und so die genetische Vielfalt ihres Nachwuchses sowie dessen Überlebenschancen zu maximieren. Da der eigene Geruch den Weibchen stets zum direkten Vergleich gegenwärtig ist, erfordert diese Methode keinerlei Lernfähigkeit, sondern ist eine instinktive und effektive Strategie zur Sicherung der Art.

Nach der Paarung beginnt das Weibchen drei bis vier Tage später mit der Eiablage. Mithilfe seiner Legeröhre vergräbt es die Eier einzeln in der Erde. Im Laufe ihres Lebens kann eine weibliche Grille Hunderte von Eiern ablegen, was die hohe Reproduktionsrate dieser Insekten unterstreicht und ihre Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen zu überleben.

Die Feldgrille: Ein Meister der Anpassung und des Klangs

Die Feldgrille (Gryllus campestris) ist eine der bekanntesten und am besten erforschten Grillenarten in Mitteleuropa. Sie ist ein faszinierendes Beispiel für die Anpassungsfähigkeit und die komplexen Verhaltensweisen dieser Insekten. Feldgrillen springen verhältnismäßig selten und dann nur kurze Strecken, sind aber flinke Läufer. Im Gegensatz zu ihrer mediterranen Schwesterart, Gryllus bimaculatus, kann die Feldgrille im Normalfall nicht schwerfällig fliegen. Lediglich eine seltene Variation (Gryllus campestris var. caudata) ist hierzu in der Lage, wobei diese vor allem in südeuropäischen Populationen häufiger vorkommt.

Morphologie und Lebensraum

Männliche Feldgrillen erreichen eine Länge von 18 bis 26 mm, während Weibchen mit 19 bis 27 mm etwas größer werden und zusätzlich eine nach hinten ragende Legeröhre (Ovipositor) von 8 bis 12 mm besitzen. Diese Grillenart ist glänzend schwarz gefärbt und von gedrungener, zylindrischer Gestalt mit kräftigen Beinen. Der Kopf ist kugelförmig, breiter als der Halsschild, und trägt kräftige Beißwerkzeuge, etwa 20 mm lange, dünne Antennen und drei helle Punktaugen (Ocelli) auf der Stirn. Der Halsschild ist von oben betrachtet rechteckig. Die bräunlichen bis tiefschwarzen, an der Basis gelben Vorderflügel sind gut ausgebildet und zu Tegmina verhärtet. Sie sind schwarz geädert und werden von den Männchen zur Stridulation benutzt. Wie bei allen Grillen liegt der dorsale Teil des rechten Vorderflügels über dem linken, und die Flügel überdecken das Abdomen fast vollständig. Die bräunlichen Hinterflügel hingegen sind meist verkümmert und erreichen nur zwei Drittel der Abdomenlänge, außer bei der flugfähigen Variation. Am Kaudalende des Abdomens befinden sich zwei Cerci (Abdominalanhänge). Die Hinterschenkel sind ventral (bäuchlings) rötlich. In den Vorderschienen ist jeweils ein großes und ein kleines Trommelfell ausgebildet, die dem Hören und Orten von Rivalen dienen.

Die Feldgrille bevorzugt warme, sonnige und trockene Hänge, Wiesen, Kiesgruben und Heiden sowie lichte Kiefernwälder. Die Tiere graben 10 bis 20 cm, manchmal sogar 30 bis 40 cm tiefe und etwa 2 cm breite Röhren in die Erde, die ihnen als Wohn- und Singplatz dienen. Diese Art ist von Nordafrika über Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus verbreitet. In den Küstenregionen Süd-Europas kommt sie gemeinsam mit der Mittelmeer-Feldgrille vor, die jedoch keine Röhren gräbt und meist in Siedlungsnähe zu finden ist. In Süddeutschland ist die Feldgrille häufiger anzutreffen als in Norddeutschland, wo sie in einigen Bundesländern in einer Gefährdungskategorie der Roten Liste geführt wird.

Ernährung und Jagdverhalten

Die Feldgrille ist ein Allesfresser, nimmt aber überwiegend pflanzliche Nahrung auf. Nymphen und Imagines ernähren sich von Blättern und Wurzeln verschiedener Pflanzen und Kräuter. Sie fressen aber auch kleine Bodentiere und deren Kadaver, was ihre Rolle als wichtige Glieder im Ökosystem unterstreicht, die sowohl Pflanzenmaterial verwerten als auch zur Beseitigung von Aas beitragen.

Das Stridulationsorgan: Ein akustisches Wunderwerk

Die Feldgrille verfügt über eine hochentwickelte akustische Kommunikation, die sich auf differenzierte Laut- und Gehörorgane stützt. Nur die geschlechtsreifen Männchen sind zu Lautäußerungen fähig, die als Gesang, Zirpen oder Stridulation bezeichnet werden. Die Männchen singen vor allem nachmittags und abends vor ihrer Wohnröhre, deren Eingang sie so gestalten, dass die Akustik optimiert wird. Die Geräusche werden erzeugt, indem Strukturen der Vorderflügel aneinander gerieben werden.

Zur Schallbildung benutzen die Männchen die Dorsalfelder der Vorderflügel, die spezialisierte Strukturen aufweisen, die fast das gesamte Dorsalfeld einnehmen. Dazu gehört die Schrillader, die von der Flügelbasis ausgeht und auf ihrer Unterseite mit in Reihe angeordneten Zähnchen, den Schrillzähnen oder Lamellen, besetzt ist. Dieser gezähnte Teil bildet die Schrillleiste. Bei der Feldgrille ist sie im Mittel 4,35 mm lang und mit durchschnittlich 138 Schrillzähnen ausgestattet, die aus Chitin bestehen und speziell geformt sind. Der Abstand zwischen den Schrillzähnen variiert, was zur Komplexität des Klangs beiträgt. Neben dem Ende der Schrillader tritt am Flügelrand ein kleiner, verdickter und pigmentierter Abschnitt hervor, die Schrillkante. Im Anschluss an die Schrillader befinden sich auf dem Flügel Strukturen, die der Verstärkung der Laute dienen. Als Harfe oder Diagonalfeld wird der Teil des Flügels bezeichnet, durch den einige wellenförmig verlaufende Adern ziehen; daran schließt der Spiegel an, ein großes, annähernd rundes Feld, das von einer Ader durchquert wird. Der Endabschnitt des Flügels (Apikalfeld) ist von einem Netz kleiner und unregelmäßig verlaufender Adern durchzogen.

Beide Flügel sind mit einer kompletten und gleichartig gebauten Singgarnitur ausgestattet. Obwohl lange angenommen wurde, dass Männchen wahlweise eine der beiden Schrillleisten benutzen können, hat sich gezeigt, dass bei der Schallbildung die Schrillleiste des rechten Flügels über die Schrillkante des linken Flügels streicht, da der rechte Flügel stets über dem linken liegt. Zum Stridulieren heben die Männchen beide Vorderflügel 45–60° an, spreizen sie nach der Seite etwas ab und bewegen sie anschließend rhythmisch gegeneinander.

Welche Arten von Grillen gibt es?
In mehreren Unterfamilien gibt es weltweit über hundert verschiedene Arten der Echten Grillen, hier eine Auswahl: Die Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae) gehören nicht zu den Echten Grillen, sondern bilden innerhalb derselben Ordnung eine eigene Familie. Faunabox (Kunststoff; Japan 2003) und chinesischer Grillenkäfig (Holz, Kürbis, Glas; China Anf.

Der Lockgesang weist zwei Intensitätsmaxima auf: ein schmales Maximum bei 4–5 kHz und ein breites bei 10–16 kHz. Für die Abstrahlung des Schalls hat die Harfe die größte Bedeutung. Nach Entfernen der Harfen auf den beiden Flügeln ging der Schalldruckpegel um durchschnittlich 46 dB zurück. Die Abtragung der Spiegelzellen wirkte sich auf das breite Maximum aus. Wurden die experimentell entfernten Harfen und Lateralfelder durch dünne PVC-Folien ersetzt, nahm der Schallpegel wieder zu, erreichte aber nicht den normalen Wert. Weibliche Grillen können nicht stridulieren, da sie keine Laut erzeugenden Einrichtungen besitzen. Ihre Vorderflügel weisen ein gleichmäßiges Muster aus kleinen Rauten auf.

Ein Repertoire an Gesängen: Bedeutung und Variation

Die Feldgrille verfügt über mehrere Gesangsformen mit biologischer Bedeutung, die je nach Situation eingesetzt werden:

GesangsformZweckCharakteristikAktivität
LockgesangAnlockung paarungsbereiter WeibchenHäufigster Gesang, aus 3-6 (meist 4) rasch aufeinanderfolgenden Silben, durch Intervalle getrennt. Laut, bis zu 200m hörbar.Meist am Höhleneingang, Mai bis Juli, nachmittags und abends, besonders bei Wärme.
RivalengesangRevierverteidigung, Vertreibung von KonkurrentenLange Folge gleichartiger Schallsignale, aggressiv.Bei Begegnung mit anderen Männchen.
WerbegesangAnlockung des Weibchens zur PaarungVerhältnismäßig leise, kurze Impulse, unregelmäßige Folge und Lautstärke, unregelmäßige Flügelbewegungen.Wenn ein Weibchen das Männchen erreicht hat.

Der Lockgesang ist am häufigsten zu hören und wird von Männchen abgegeben, wenn sie eine mit Spermien gefüllte Spermatophore gebildet haben und somit begattungsbereit sind. Die Aktivität am Tage hängt vornehmlich von der Außentemperatur ab; an sonnigen und warmen Tagen ist der Gesang vom späten Vormittag bis in die Nachtstunden zu hören. Besonders aktiv werden die Tiere kurz vor einem Hitzegewitter.

Treffen zwei Männchen beim Umherstreifen aufeinander, betasten sie sich mit den Fühlern und teilen bald darauf Schläge aus. Schließlich beginnt der Revierinhaber mit dem Rivalengesang. Auf diesen hin weicht der Eindringling in der Regel. Andernfalls kann es zu sehr heftigen, ja sogar tödlichen Kämpfen kommen. Der Werbegesang vor einem Weibchen ist verhältnismäßig leise und dient der finalen Anlockung zur Paarung.

Das Gehörorgan: Die Kunst des Zuhörens

Die paarigen Gehörorgane (Tympanalorgane) der Grillen befinden sich in den Schienen (Tibien) der Vorderbeine. Zu jedem Organ gehören zwei ungleich große Trommelfelle, die äußerlich zu erkennen sind, da sie nicht in Gruben versenkt sind. Diese Trommelfelle dienen der Schallaufnahme und der Ortung relevanter Schallquellen. Innen liegt an den Trommelfellen die Beintrachea an, mit der zirka 40 Sinneszellen in Verbindung stehen, die in Reihe angeordnet sind und die Hörleiste bilden. Ihre ableitenden Fasern stellen den Hör- oder Tympanalnerven dar. Diese hochentwickelten Organe ermöglichen es den Grillen, selbst leise Signale aus der Ferne wahrzunehmen und präzise zu orten.

Paarung und Entwicklung

Zur Paarung wandert ein Weibchen aus einer Entfernung von bis zu 10 m auf ein singendes Männchen zu. Die Anwanderung erfolgt in einer Zickzacklinie, dennoch ist die Hauptrichtung auf das Männchen gerichtet. Auch in hohem und dichtem Gras findet das Weibchen zum Männchen. Unterbricht dieses seinen Gesang, verharrt das Weibchen oder wandert ungerichtet umher, bis das Männchen den Lockgesang fortsetzt. Ist das Weibchen beim Männchen angekommen, schließt sich das Betasten mit den Fühlern an, danach beginnt das Männchen mit dem Werbegesang und wendet dabei sein Körperende dem Weibchen zu. Bei der Paarung steigt das Weibchen von hinten auf das Männchen, das daraufhin seinen Hinterleib nach oben biegt und das Weibchen begattet. Dabei befestigt es in etwa einer Minute die 2,3 mm lange, birnenförmige Spermatophore (Spermienträger) in der Genitalöffnung des Weibchens. Nachdem das Weibchen abgestiegen ist, vollführt das Männchen ein bis zwei Stunden lang eine sogenannte Nachbalz, wobei es mit Antennenzittern begleitete, ruckartige Bewegungen vollführt.

Dass der Lockgesang der Männchen der Anlockung paarungsbereiter Weibchen dient, hat J. Regen bereits 1913 in einem bahnbrechenden Versuch nachgewiesen. Mit einem Mikrofon registrierte er den Lockgesang eines Männchens und spielte ihn in einem anderen Raum, in dem sich ein Weibchen befand, über einen Telefonhörer ab. Das Weibchen lief zielstrebig auf den Telefonhörer zu, da es dort ein Männchen vermutete – ein eindrucksvoller Beweis für die Wirksamkeit der akustischen Kommunikation.

Zwei bis drei Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Sie bleiben noch einige Zeit beisammen und leben zunächst oberirdisch unter Steinen, in Erdröhren oder in anderen Verstecken. Sie häuten sich mehrmals, bis sie sich im Herbst trennen und einzeln eingraben. Im April des folgenden Jahres, wenn der Boden wieder wärmer wird, häuten sich die Larven zum zehnten oder elften Mal zur Imago und werden geschlechtsreif. Dieser Lebenszyklus zeigt die Anpassung der Grillen an die saisonalen Veränderungen in ihrem Lebensraum.

Grillen und der Mensch: Eine besondere Beziehung

Grillen als Heimtiere

In einigen Kulturen haben Grillen eine lange Tradition als Heimtiere. Insbesondere in Japan sind „singende“ Grillen beliebte Begleiter. Die Männchen von Meloimorpha japonica, japanisch Suzu-mushi, werden in japanischen Städten in kleinen Boxen angeboten, und es gibt sogar Gesangswettbewerbe, bei denen die Singgrillen mit dem schönsten Gesang gekürt werden. Auch in China halten die Menschen schon seit Jahrhunderten „singende“ Grillen in kleinen Käfigen, die aus Kürbissen, Bambus, Holz und Metall, in den letzten Jahren auch aus Bakelit und sonstigen Kunststoffen hergestellt wurden. Tonbehälter sind die Behausungen für Grillen, die in Wettkämpfen eingesetzt werden. Diese Tradition zeugt von einer tiefen kulturellen Wertschätzung für die akustischen Darbietungen dieser Insekten.

Grillen als Nutztiere

Neben ihrer Rolle als Heimtiere finden Grillen auch Verwendung als Futterinsekten für Terrarientiere und zunehmend auch als Speiseinsekten. Arten wie die Hausgrille, die Kurzflügelgrille und die Mittelmeergrille werden gezüchtet und verarbeitet. Sie gelten als proteinreiche und nachhaltige Nahrungsquelle, die in vielen Teilen der Welt bereits Teil der Ernährung ist oder zunehmend als Alternative zu traditionellen Proteinquellen erforscht wird.

Grillen als Wettkampftiere

Eine weitere bemerkenswerte Nutzung der Grillen ist der Grillenkampf, eine Tradition, die insbesondere in China verbreitet ist. Bei einem Wettkampf werden zwei männliche Tiere in einem eingekreisten Ring aufeinander losgelassen. Da die männlichen Tiere territorial und aggressiv sind, greifen sie einander bei Frontalberührung fast immer sofort an. Mit einem speziell angefertigten Stängel, an dessen Vorderseite sich Härchen befinden, lenkt man die Grillen in die richtige Richtung. Wetteinsätze können bei privaten Veranstaltungen in China auf beachtliche Summen steigen. Ansonsten kann man bei Tiermärkten in den Städten auch kleinere Wetten abschließen oder einfach nur zuschauen. Diese Kämpfe sind ein Spiegelbild der natürlichen Aggression zwischen männlichen Grillen und werden von Menschen als Spektakel inszeniert.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie unterscheiden sich männliche und weibliche Grillen?
Männliche Grillen sind durch ihre speziell geformten Vorderflügel, die zur Lauterzeugung (Stridulation) dienen, von Weibchen zu unterscheiden. Weibchen besitzen diese Strukturen nicht und haben stattdessen eine Legeröhre (Ovipositor) am Hinterleib, die zum Ablegen der Eier dient.
Wie erzeugen Grillen ihr Zirpen?
Männliche Grillen erzeugen ihr Zirpen, indem sie eine gezähnte Schrillader auf der Unterseite ihres rechten Vorderflügels rasch über die Hinterkante des linken Vorderflügels reiben. Die dabei entstehenden Vibrationen werden durch spezielle Flügelstrukturen wie die Harfe und den Spiegel verstärkt.
Wie lange leben Grillen?
Die Lebensdauer einer Grille variiert je nach Art und Umweltbedingungen. Die Feldgrille beispielsweise verbringt den Winter als Larve und entwickelt sich im Frühjahr des Folgejahres zur geschlechtsreifen Imago. Die erwachsenen Tiere leben dann typischerweise von Mai bis Juli oder August, bevor sie sterben.
Sind Grillen schädlich für den Menschen?
Nein, Grillen sind für den Menschen in der Regel nicht schädlich. Sie beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Im Gegenteil, viele Arten sind harmlos und werden sogar als Haustiere gehalten oder als Nahrungsquelle genutzt.
Warum sind Grillen in einigen Kulturen beliebte Haustiere?
Grillen werden in Kulturen wie Japan und China hauptsächlich wegen ihres melodischen Gesangs als Haustiere geschätzt. Ihr Zirpen wird als beruhigend und schön empfunden und symbolisiert oft den Sommer und die Natur.

Die Welt der Grillen ist ein Mikrokosmos voller Wunder und Überraschungen. Von ihren erstaunlichen Kommunikationsfähigkeiten über ihre komplexen Fortpflanzungsstrategien bis hin zu ihrer vielfältigen Beziehung zum Menschen offenbaren diese kleinen Insekten eine Tiefe und Faszination, die weit über ihr nächtliches Zirpen hinausgeht. Sie sind ein integraler Bestandteil unserer Ökosysteme und ein lebendiges Beispiel für die unendliche Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten.

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