04/07/2021
Das Wiener Schnitzel ist ein unbestrittener Klassiker der österreichischen Küche, ein Symbol für Genuss und Handwerkskunst. Doch wer sagt, dass dieses kulinarische Meisterwerk ausschließlich in der Küche zubereitet werden muss? Wir entführen Sie heute in die faszinierende Welt des Wiener Schnitzels direkt vom Grill – genauer gesagt, aus der Gusseisenpfanne auf dem Rost. Diese Zubereitungsart verleiht dem traditionellen Gericht eine ganz besondere Note und eröffnet neue Geschmackserlebnisse. Bereiten Sie sich darauf vor, die Geheimnisse einer perfekt soufflierten Panade und eines butterzarten Kalbfleisches zu lüften, das Ihre Gäste begeistern wird.

Die Idee, ein Wiener Schnitzel auf dem Grill zuzubereiten, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Doch die Vorteile liegen auf der Hand: Die gleichmäßige und intensive Hitze einer gut vorgeheizten Gusseisenpfanne auf dem Grillrost sorgt für eine unvergleichlich krosse Panade und ein saftiges Inneres. Das offene Feuer des Grills kann, wenn auch subtil, eine leichte Rauchnote hinzufügen, die dem Gericht eine zusätzliche Dimension verleiht. Es ist eine Hommage an die Tradition, gepaart mit der Leidenschaft für das Grillen – ein Duo, das einfach köstlich ist.
- Das A und O: Die Wahl des perfekten Kalbfleisches
- Die heilige Panierstraße: Schritt für Schritt zur goldenen Kruste
- Das Geheimnis der Hitze: Butterschmalz und Gusseisenpfanne
- Wiener Schnitzel vs. Schnitzel Wiener Art: Ein klarer Unterschied
- Die perfekte Begleitung: Beilagen und der Spritzer Zitrone
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Wiener Schnitzel vom Grill
- Welches Fleisch brauche ich für ein original Wiener Schnitzel?
- Was bedeutet Schnitzel Wiener Art?
- Warum gehört eine Zitrone zum Schnitzel?
- Wie gelingt die Panade knusprig und souffliert?
- Kann ich auch anderes Fett als Butterschmalz verwenden?
- Was passt zu Wiener Schnitzel vom Grill?
- Wie vermeide ich, dass das Schnitzel trocken wird?
- Was mache ich, wenn die Panade abfällt?
- Fehler vermeiden und Tipps für Perfektion
Das A und O: Die Wahl des perfekten Kalbfleisches
Die Qualität des Fleisches ist entscheidend für ein authentisches Wiener Schnitzel. Für das Original ist und bleibt Kalbfleisch die einzige Wahl. Das liegt an seiner einzigartigen, zarten Struktur und seinem feinen Aroma, das sich von Rind- oder Schweinefleisch deutlich unterscheidet. Kalbfleisch stammt von Tieren, die maximal zwölf Monate alt sind. Gutes Kalbfleisch erkennen Sie an seiner festen, glänzenden Textur und einer hellrosa Farbe. Je jünger das Kalb, desto heller das Fleisch.
Für Wiener Schnitzel eignen sich verschiedene Teilstücke vom Kalb hervorragend. Dazu gehören die Keule, der Kalbsrücken, die Nuss oder die Kugel. Als besonders hochwertig und ideal für Schnitzel gelten jedoch Stücke aus der Oberschale. Diese sind besonders zart und lassen sich hervorragend dünn plattieren. Achten Sie beim Kauf auf frisches, hochwertiges Fleisch von vertrauenswürdigen Quellen, denn dies ist die Basis für ein wirklich gelungenes Schnitzel.
Ein wichtiger Hinweis zur Verarbeitung: Kalbfleisch ist empfindlich. Verwenden Sie zum Plattieren ein Plattiereisen oder die flache Seite eines Fleischklopfers. Gezackte Klopfer könnten die feine Fleischstruktur zerstören, was die Zartheit beeinträchtigen würde. Klopfen Sie die Schnitzel vorsichtig und gleichmäßig dünn, idealerweise auf etwa 3-4 Millimeter Dicke. Wickeln Sie das Fleisch vorher in Frischhaltefolie, um Spritzer zu vermeiden und das Fleisch hygienisch zu behandeln.
Die heilige Panierstraße: Schritt für Schritt zur goldenen Kruste
Die Panade ist das Herzstück des Wiener Schnitzels und der Schlüssel zu seiner charakteristischen Knusprigkeit und dem begehrten „Soufflieren“ – dem Abheben der Panade vom Fleisch. Die Panierstraße ist ein ritualisierter Prozess, der Präzision erfordert:
- Mehlieren: In die erste flache Schüssel sieben Sie Weizenmehl (Typ 405). Das Sieben verhindert Klümpchenbildung und sorgt für eine gleichmäßige Schicht. Das vorbereitete, trocken getupfte und plattierte Kalbsschnitzel wird auf beiden Seiten leicht in das Mehl gelegt. Warten Sie einen Moment, wenden Sie es und warten Sie erneut. Klopfen Sie überschüssiges Mehl vorsichtig ab, damit nur eine hauchdünne Schicht am Fleisch haftet.
- Eiern: In der zweiten Schüssel verquirlen Sie zwei Eier (Größe M) mit einer Prise Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer. Achten Sie darauf, dass Eigelb und Eiweiß gut vermischt sind. Legen Sie das bemehlte Schnitzel in die Eimasse, warten Sie einen Moment, wenden Sie es und warten Sie erneut. Es ist wichtig, dass sich Ei und Mehl gut miteinander verbinden.
- Panieren: Die dritte Schüssel ist für die Semmelbrösel reserviert. Verwenden Sie feine, frische Semmelbrösel für das beste Ergebnis. Legen Sie das Schnitzel in die Brösel und wenden Sie es dreimal. Jede Seite sollte zweimal mit den Semmelbröseln in Kontakt kommen. Das besondere hierbei: Drücken Sie die Brösel nicht fest an! Das Gewicht des Schnitzels reicht aus, um die Brösel haften zu lassen. Ein zu starkes Andrücken würde die Panade verdichten und das gewünschte Soufflieren verhindern.
Ein kleiner, aber entscheidender Trick: Befeuchten Sie die plattierten Kalbsschnitzel vor dem Panieren leicht mit kaltem Wasser. Beim Erhitzen verdampft dieses Wasser zwischen Fleisch und Panade, wodurch sich die Panade leicht vom Fleisch abhebt und die typischen „Blasen“ bildet. Dies ist das Zeichen für ein perfekt souffliertes Wiener Schnitzel.
Das Geheimnis der Hitze: Butterschmalz und Gusseisenpfanne
Die Wahl des richtigen Bratfetts und des passenden Kochgeschirrs ist ebenso entscheidend wie die Fleisch- und Panadenqualität. Für ein authentisches Wiener Schnitzel vom Grill ist Butterschmalz die erste Wahl. Butterschmalz, auch geklärte Butter genannt, ist Butter, der Wasser, Milchzucker und Milcheiweiß entzogen wurden. Es behält den feinen Buttergeschmack, hat aber einen deutlich höheren Rauchpunkt als normale Butter, was es ideal zum Braten und Frittieren macht. Es ermöglicht das „schwimmende Backen“ der Schnitzel, was für eine gleichmäßige Bräunung und Knusprigkeit unerlässlich ist.
Die Gusseisenpfanne ist der ideale Partner für dieses Vorhaben auf dem Grill. Gusseisen speichert die Hitze hervorragend und gibt sie gleichmäßig ab, was für das schnelle Ausbacken der Schnitzel bei konstanter Temperatur entscheidend ist. Platzieren Sie die Gusseisenpfanne auf dem Grillrost und heizen Sie den Grill auf 180 °C direkte Hitze vor. Geben Sie ausreichend Butterschmalz in die Pfanne – es sollte so viel sein, dass die Schnitzel darin schwimmen können, ohne den Pfannenboden zu berühren. Erhitzen Sie das Fett, bis sich kleine Bläschen bilden, was anzeigt, dass die ideale Brattemperatur erreicht ist.
Legen Sie die panierten Schnitzel vorsichtig in das heiße Butterschmalz. Braten Sie sie 2-3 Minuten pro Seite. Während des Bratens ist es wichtig, die Pfanne gelegentlich zu bewegen, damit sich die Schnitzel im Butterschmalz bewegen und nicht festbacken. Sobald der Rand der Panade eine goldbraune Farbe annimmt, wenden Sie die Schnitzel behutsam mit einem Pfannenwender, um die Panade nicht zu beschädigen. Für zusätzliche Knusprigkeit können Sie während des Bratens immer wieder heißes Butterschmalz mit einem Löffel über die Schnitzel gießen. Nehmen Sie die Schnitzel nach dem Braten aus der Pfanne und lassen Sie überschüssiges Fett auf Küchenpapier abtropfen.
Wiener Schnitzel vs. Schnitzel Wiener Art: Ein klarer Unterschied
Es ist ein häufiges Missverständnis, aber es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen einem Wiener Schnitzel und einem Schnitzel Wiener Art. Die Unterscheidung ist nicht nur eine Frage der Bezeichnung, sondern betrifft fundamental die Fleischsorte und damit den Geschmack und die Textur des Gerichts.
| Merkmal | Wiener Schnitzel (Original) | Schnitzel Wiener Art |
|---|---|---|
| Fleischsorte | Ausschließlich Kalbfleisch (Oberschale, Nuss, Keule) | Andere Fleischsorten (Schwein, Rind, Pute, Huhn) |
| Dicke des Fleisches | Sehr dünn (ca. 3-4 mm) plattiert | Oft dicker, da andere Fleischsorten weniger zart sind |
| Textur | Extrem zart, schmilzt auf der Zunge | Fester, kräftiger im Biss |
| Geschmack | Fein, mild, charakteristisches Kalbsaroma | Kräftiger, je nach Fleischsorte variierend |
| Panade | Typisch souffliert, goldbraun und knusprig | Kann soufflieren, ist aber oft dichter |
Ein Schnitzel Wiener Art wird zwar auf ähnliche Weise paniert und gebraten wie ein originales Wiener Schnitzel, verwendet aber kein Kalbfleisch. Meistens kommt hier Schweinefleisch (z.B. aus dem Rücken oder der Oberschale), Rindfleisch oder sogar Geflügelfleisch wie Puten- oder Hähnchenschnitzel zum Einsatz. Obwohl diese Varianten ebenfalls sehr schmackhaft sein können, erreichen sie nicht die charakteristische Zartheit und das feine Aroma des Kalbfleisches, das ein echtes Wiener Schnitzel auszeichnet. Daher sind Schnitzel Wiener Art in der Regel dicker und kräftiger im Geschmack.
Die perfekte Begleitung: Beilagen und der Spritzer Zitrone
Ein Wiener Schnitzel vom Grill ist an sich schon ein Highlight, aber die richtigen Beilagen und eine kleine Geste vollenden das Geschmackserlebnis.

Die Tradition der Zitrone
Ein Stück unbehandelte Bio-Zitrone gehört untrennbar zum Wiener Schnitzel. Diese Tradition hat historische Wurzeln: In Zeiten, als Kühlschränke noch rar waren, wurde der Zitronensaft verwendet, um den Geschmack von nicht ganz frischem Fleisch zu überdecken. Heute ist dies glücklicherweise nicht mehr notwendig, doch der säuerliche, frische Geschmack der Zitrone harmoniert hervorragend mit dem panierten, kross gebackenen Kalbfleisch. Die Zitrone schneidet durch die Reichhaltigkeit des Butterschmalzes und verleiht dem Gericht eine belebende Frische. Ernährungsberater loben den Zitronensaft zudem, da das enthaltene Vitamin C die Eisenaufnahme aus dem Fleisch erleichtert.
Passende Beilagen
Die Auswahl der Beilagen ist vielfältig und hängt oft von persönlichen Vorlieben ab. Zu den klassischen Begleitern zählen:
- Kartoffelbeilagen: Salz- oder Petersilkartoffeln sind die beliebtesten Optionen. Auch Pommes frites, Bratkartoffeln, Kartoffelpüree oder Kartoffel Wedges passen ausgezeichnet.
- Preiselbeerkonfitüre: In Österreich ist es üblich, einen Klecks Preiselbeerkonfitüre zum Schnitzel zu servieren. Die süß-säuerliche Note der Beeren bildet einen spannenden Kontrast zur herzhaften Panade.
- Gekochtes Gemüse: Grünes Gemüse wie Kohlrabi, Karotten, Blumenkohl, Erbsen oder grüne Bohnen ergänzen das Kalbfleisch hervorragend und sorgen für eine ausgewogene Mahlzeit.
Ob Sie eine Sauce zum Wiener Schnitzel servieren möchten, ist Geschmackssache. Viele Schnitzel-Liebhaber bevorzugen es pur, um die Knusprigkeit der Panade zu bewahren. Eine Rahm- oder Paprikasauce kann zwar eine leckere Ergänzung sein, weicht aber die Panade auf. Der beste Kompromiss ist, die Sauce separat in einem kleinen Schälchen zu servieren, sodass jeder selbst entscheiden kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Wiener Schnitzel vom Grill
Welches Fleisch brauche ich für ein original Wiener Schnitzel?
Für ein original Wiener Schnitzel benötigen Sie unbedingt Kalbfleisch. Ideale Stücke sind die Oberschale, Nuss, Keule oder der Kalbsrücken von Kälbern unter zwölf Monaten. Das Fleisch sollte hellrosa, fest und glänzend sein.
Was bedeutet Schnitzel Wiener Art?
Schnitzel Wiener Art ist ein paniertes Schnitzel, das wie ein Wiener Schnitzel zubereitet wird, aber nicht aus Kalbfleisch besteht. Stattdessen werden andere Fleischsorten wie Schwein, Rind oder Geflügel (Pute, Huhn) verwendet. Es unterscheidet sich in Zartheit und Aroma vom Original.
Warum gehört eine Zitrone zum Schnitzel?
Die Zitrone gehört traditionell zum Wiener Schnitzel, um den Geschmack zu verfeinern und eine frische, säuerliche Note hinzuzufügen, die die Reichhaltigkeit des Bratfetts ausgleicht. Zudem fördert Vitamin C aus der Zitrone die Eisenaufnahme im Körper.
Wie gelingt die Panade knusprig und souffliert?
Wichtig sind das Anfeuchten des Fleisches mit kaltem Wasser vor dem Panieren, das Sieben des Mehls, das gleichmäßige Verteilen von Ei und Semmelbröseln ohne festes Andrücken. Die Panade sollte „schwimmend“ in ausreichend heißem Butterschmalz ausgebacken werden, damit sie sich vom Fleisch abheben kann (Soufflieren).
Kann ich auch anderes Fett als Butterschmalz verwenden?
Für ein authentisches Geschmackserlebnis und die beste Knusprigkeit ist Butterschmalz die erste Wahl. Es hat einen hohen Rauchpunkt und verleiht einen feinen Buttergeschmack. Alternativ könnten hoch erhitzbare Pflanzenöle wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl verwendet werden, jedoch ohne den typischen Buttergeschmack.
Was passt zu Wiener Schnitzel vom Grill?
Klassische Beilagen sind Salz- oder Petersilkartoffeln, Pommes frites, Bratkartoffeln oder Kartoffel Wedges. Oft wird auch Preiselbeerkonfitüre serviert. Gekochtes Gemüse wie Kohlrabi, Karotten oder grüne Bohnen sind ebenfalls beliebte Ergänzungen.
Wie vermeide ich, dass das Schnitzel trocken wird?
Achten Sie darauf, dass die Schnitzel nicht zu lange braten. 2-3 Minuten pro Seite in heißem Butterschmalz sind in der Regel ausreichend, da das Fleisch sehr dünn ist. Die hohe Hitze und das schnelle Garen bewahren die Saftigkeit. Eine gleichmäßige Dicke des plattierten Fleisches ist ebenfalls wichtig.
Was mache ich, wenn die Panade abfällt?
Das Abfallen der Panade kann mehrere Gründe haben: Das Fleisch war nicht trocken genug vor dem Mehlieren, die Eischicht war nicht gleichmäßig oder die Semmelbrösel wurden zu fest angedrückt. Auch zu wenig oder zu kühles Fett kann dazu führen. Achten Sie auf eine saubere Panierstraße und die richtige Temperatur.
Fehler vermeiden und Tipps für Perfektion
Ein perfekt zubereitetes Wiener Schnitzel vom Grill ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Aufmerksamkeit für Details. Hier sind einige zusätzliche Tipps, um gängige Fehler zu vermeiden:
- Nicht zu stark klopfen: Das Kalbfleisch ist zart. Ein zu aggressives Klopfen zerstört die Fasern und macht das Schnitzel trocken. Sanftes, gleichmäßiges Plattieren ist der Schlüssel.
- Panade nicht andrücken: Dies ist vielleicht der wichtigste Tipp für das Soufflieren. Die Brösel müssen locker auf dem Schnitzel liegen, damit das Wasser beim Erhitzen verdampfen und die Panade anheben kann.
- Fett richtig temperieren: Das Butterschmalz muss heiß genug sein (kleine Bläschen), aber nicht rauchen. Ist es zu kalt, saugt die Panade zu viel Fett auf und wird labbrig. Ist es zu heiß, verbrennt die Panade, bevor das Fleisch gar ist.
- Pfanne nicht überladen: Braten Sie die Schnitzel einzeln oder in kleinen Mengen, damit die Temperatur des Butterschmalzes nicht zu stark abfällt und die Schnitzel ausreichend Platz haben, um „schwimmend“ zu backen.
- Abtropfen lassen: Legen Sie die fertigen Schnitzel kurz auf Küchenpapier, um überschüssiges Fett abtropfen zu lassen. So bleiben sie knusprig und sind nicht zu fettig.
Mit diesen Tipps und dem richtigen Rezept steht Ihrem perfekten Wiener Schnitzel vom Grill nichts mehr im Wege. Es ist eine Erfahrung, die den Gaumen verwöhnt und das Herz jedes Grillfans höherschlagen lässt. Genießen Sie dieses Stück österreichischer Kochkunst, neu interpretiert auf Ihrem Grill!
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