20/10/2021
Der Traum vom perfekt gebratenen Steak ist für viele Hobbyköche eine Herausforderung. Es scheint so einfach, doch schnell können falsche Temperaturen, ungeeignetes Fett oder eine ungenaue Garzeit dazu führen, dass das Fleisch seine Saftigkeit und Zartheit verliert. Aber keine Sorge! Mit den richtigen Tipps und Tricks gelingt Ihnen auch als Anfänger ein Steak, das selbst Profiköche neidisch machen würde. Dieser umfassende Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt zu Ihrem persönlichen Steak-Erlebnis, direkt aus der Pfanne.

Die Wahl des richtigen Steaks: Qualität ist der Schlüssel
Bevor Sie überhaupt an die Pfanne denken, beginnt das Abenteuer Steak bereits bei der Auswahl des Fleisches. Für ein klassisches Rindersteak eignen sich besonders Stücke aus der Hüfte (wie Hüftsteak oder Tafelspitz), der Lende (Rinderfilet), den Rippen (Ribeye Steak) oder dem Rücken (Rumpsteak, T-Bone-Steak, Club Steak, Porterhouse Steak). Achten Sie unbedingt auf eine ausreichende Dicke des Steaks, idealerweise drei bis fünf Zentimeter. Dünnere Minutensteaks sind zwar eine schnelle Alternative, aber geschmacklich und texturell nicht mit den genannten Varianten vergleichbar und erfordern einen deutlich geringeren Zubereitungsaufwand.
Nach dem Kauf ist die Vorbereitung entscheidend: Nehmen Sie das Steak spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Braten aus dem Kühlschrank. Dieser Schritt ist fundamental, denn das Fleisch sollte unbedingt Zimmertemperatur annehmen. Kommt es direkt aus der Kälte in die heiße Pfanne, ziehen sich die Muskelfasern schockartig zusammen, was das Steak zäh machen kann. Ein temperiertes Steak gart gleichmäßiger und bleibt zarter. Falls Ihr Steak tiefgefroren ist, tauen Sie es am besten über Nacht langsam im Kühlschrank auf. Kurz vor dem Braten sollten Sie das Fleisch zudem gründlich mit Küchenpapier trocken tupfen. Dies verhindert unnötiges Spritzen in der Pfanne und fördert die Bildung einer schönen Kruste.
Salz und Pfeffer: Das Timing macht's!
Eine häufig gestellte Frage ist, ob ein Steak vor oder nach dem Braten gesalzen werden sollte. Die klare Antwort lautet: Salz gehört bereits vor dem Platzieren in der Pfanne auf das Steak. Ein leichtes Salzen vor dem Braten hilft, die Oberfläche vorzubereiten und die Krustenbildung zu unterstützen. Nach dem Braten können Sie dann nochmals fein mit Salz nachjustieren. Für Pfeffer gilt jedoch eine andere Regel: Pfeffer verbrennt bei den hohen Temperaturen in der Pfanne sehr schnell und entwickelt dabei einen unangenehm bitteren Geschmack. Daher sollte Pfeffer erst nach dem Braten und der Ruhephase auf das Steak gegeben werden.
Die ideale Pfanne für Ihr Steak
Die Wahl der richtigen Pfanne ist entscheidend für den Erfolg. Die Pfanne muss hohe Temperaturen aushalten und Wärme speichern können. Hierfür eignen sich besonders Eisenpfannen, schwere Gusseisenpfannen und Edelstahlpfannen. Gusseisenpfannen sind oft die erste Wahl, da sie die Hitze extrem gut speichern und gleichmäßig verteilen, was zu einer hervorragenden Krustenbildung führt. Beschichtete Teflonpfannen sind für die sehr hohen Temperaturen, die zum Anbraten eines Steaks benötigt werden, nicht geeignet, da die Beschichtung Schaden nehmen kann und nicht die nötige Hitzeleitung bietet. Wenn Sie das typische Streifenmuster eines Grillsteaks wünschen, wählen Sie eine Grillpfanne mit integrierten Grillstreifen, die ebenfalls oft aus Gusseisen gefertigt sind. Achten Sie darauf, nicht zu viele Steaks gleichzeitig in eine normale Bratpfanne zu legen, da sonst die Temperatur abrupt absinkt. Zwei Steaks sind in der Regel das Maximum, um die ideale Pfannentemperatur aufrechtzuerhalten.

Das richtige Fett: Hoher Rauchpunkt ist entscheidend
Die Wahl des Bratfetts ist ebenso wichtig wie die Pfanne. Zum schnellen Verschließen der Fleischoberfläche und zur Bildung der Röstaromen benötigen Sie eine Temperatur von etwa 180 bis 200 °C. Das verwendete Öl oder Fett muss einen Rauchpunkt haben, der deutlich über dieser Temperatur liegt. Liegt der Rauchpunkt darunter, verbrennt das Fett, erzeugt einen unangenehmen Geschmack und kann gesundheitsschädliche Substanzen freisetzen. Daher sind kaltgepresstes Olivenöl, reine Butter oder Margarine zum scharfen Anbraten ungeeignet.
Hervorragend geeignet ist hingegen Butterschmalz. Es verträgt hohe Temperaturen und verleiht dem Steak einen herrlichen, leicht nussigen Buttergeschmack. Aufgrund seines geringen Wasseranteils spritzt es zudem kaum. Als pflanzliche Alternativen mit hohem Rauchpunkt bieten sich raffinierte Pflanzenöle wie Rapsöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Erdnussöl oder Reisöl an. Letztlich bleibt es Ihnen überlassen, welches Fett Sie wählen, solange Sie den ausreichend hohen Rauchpunkt berücksichtigen.
Der Bratprozess Schritt für Schritt: So gelingt das perfekte Steak
1. Pfanne erhitzen: Stellen Sie Ihre Pfanne auf hohe Stufe und erhitzen Sie sie auf etwa 180 °C. Ob die Pfanne heiß genug ist, testen Sie mit einigen kalten Wassertropfen. Verwandeln sich diese sofort in kleine, tanzende Perlen, ist die ideale Temperatur erreicht. Entfernen Sie das Wasser gründlich.
2. Fett hinzufügen und Steak anbraten: Geben Sie Ihr ausgewähltes Öl oder Fett in die heiße Pfanne und legen Sie das vorbereitete Steak hinein. Braten Sie das Beef-Steak zunächst von beiden Seiten für etwa 1 bis 2 Minuten scharf an. In dieser kurzen Zeit schließen sich die Poren des Fleisches, sodass der Saft im Inneren eingeschlossen bleibt. Gleichzeitig bildet sich die gewünschte goldbraune Kruste, und es entstehen köstliche Röstaromen.
3. Richtig wenden: Wenn das Steak am Pfannenboden festzukleben scheint, braucht es noch ein paar Sekunden. Es löst sich von selbst, sobald die Kruste fest genug ist. Verwenden Sie zum Wenden unbedingt einen Pfannenwender und niemals eine Gabel, da diese Löcher in die Fleischoberfläche stechen und wertvoller Fleischsaft austreten würde.

4. Nachgaren für den perfekten Gargrad: Nach dem scharfen Anbraten sollte das Fleisch bei niedrigeren Temperaturen durchziehen. Die beste Methode ist, das Steak mit der heißen Pfanne in den vorgeheizten Backofen zu geben. Heizen Sie den Ofen auf 80-100 °C (Ober- und Unterhitze) vor. Umluft kann das Steak unter Umständen austrocknen. Dort kann es dann je nach Fleischdicke und gewünschtem Gargrad noch 5 bis 10 Minuten ziehen. Ein cleverer Trick ist, ein Stück altbackenes Brot in die Pfanne zu legen und das Steak darauf zu platzieren. Das Brot saugt überschüssiges Fett auf und verhindert, dass das Steak zu lange auf dem heißen Pfannenboden nachgart.
5. Aromatisieren: Hat Ihr Steak beinahe die gewünschte Konsistenz erreicht, können Sie für zusätzlichen Geschmack etwas Butter (nicht über 140 °C erhitzen), Knoblauchzehen, Thymian und/oder Rosmarin in die Pfanne geben und das Steak darin schwenken. Dies verleiht dem Fleisch ein wunderbares Aroma und eine buttrige Note. Die restliche Butter können Sie später für Beilagen wie Zwiebeln verwenden.
Der perfekte Gargrad: Kerntemperatur und Drucktest
Der exakte Gargrad ist entscheidend für das perfekte Steak. Er lässt sich am besten mit einem Fleischthermometer anhand der Kerntemperatur bestimmen. Alternativ können Sie den beliebten Drucktest anwenden:
| Gargrad | Kerntemperatur (ca.) | Drucktest (Handballen) |
|---|---|---|
| Rare (Blutig) | 45-48 °C | Wie der entspannte Handballen unter dem Daumen |
| Medium Rare (Englisch) | 48-54 °C | Wie der Handballen, wenn Daumen und Zeigefinger leicht zusammenliegen |
| Medium (Rosa) | 55-59 °C | Wie der Handballen, wenn Daumen und Mittelfinger zusammenliegen |
| Well Done (Durchgebraten) | 60 °C und mehr | Wie der Handballen, wenn Daumen und kleiner Finger zusammenliegen |
Die Ruhephase: Ein Muss für Saftigkeit
Bevor Sie Ihr Meisterwerk anschneiden und genießen, ist eine entscheidende Ruhephase von drei bis fünf Minuten unerlässlich. Legen Sie das Steak dafür auf einen Teller oder ein Holzbrett. Das Einwickeln in Alufolie ist nicht zwingend nötig und kann den Garprozess sogar leicht verlängern. Während dieser Zeit verteilen sich die Fleischsäfte, die sich während des Bratens im Zentrum des Steaks gesammelt haben, wieder gleichmäßig im gesamten Fleisch. Das Ergebnis ist ein unglaublich saftiges und zartes Steak. Erst nach der Ruhephase sollten Sie das Steak nach Belieben pfeffern und servieren.
Rückwärts Braten: Eine alternative Methode für Perfektionisten
Die Methode des "Rückwärts Bratens" (auch "andersrum" oder "umgekehrt braten" genannt) erfreut sich großer Beliebtheit, da sie eine besonders schonende und zeitlich perfekt abgestimmte Zubereitung ermöglicht. Hierbei wird das Fleisch zuerst langsam vorgegart und erst kurz vor dem Servieren scharf angebraten. Diese Methode eignet sich sowohl für Rinder- als auch für Schweinesteaks und -braten.

Legen Sie Ihr Fleisch idealerweise über Nacht in einer aromatischen Marinade aus Olivenöl, Rosmarin, Salbei, Thymian, Lorbeerblättern, Blattpetersilie und Zwiebeln ein. Anschließend geben Sie die Steaks bei einer niedrigen Ofentemperatur von 55 °C (Ober- und Unterhitze) in den Backofen. Lassen Sie sie dort, bis sie die gewünschte Kerntemperatur (z.B. 55 °C für Medium) erreicht haben. Dieser Prozess kann je nach Dicke des Steaks eine Weile dauern, sorgt aber für eine unglaublich gleichmäßige Garung. Danach folgt das gewohnt scharfe Anbraten in der heißen Pfanne, um die Kruste und die Röstaromen zu erzeugen, gefolgt von einer kurzen Ruhezeit von ein bis drei Minuten. Salzen und pfeffern Sie Ihr Fleisch nach Belieben.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie bekomme ich eine schöne Kruste auf meinem Steak?
Eine schöne, knusprige Kruste auf dem Steak ist eine Frage der hohen Hitze und des richtigen Timings. Stellen Sie sicher, dass die Pfanne extrem heiß ist, bevor Sie das Steak hineinlegen. Lassen Sie es ungestört braten, bis es eine goldbraune Farbe annimmt. Ein gut getrocknetes Steak hilft ebenfalls enorm, da es weniger Wasserdampf erzeugt, der die Krustenbildung behindern könnte.
Was mache ich, wenn mein Steak zu zäh wird?
Ein zähes Steak ist oft die Folge von Überkochen oder einer unzureichenden Ruhezeit. Um dies zu vermeiden, achten Sie darauf, Ihr Steak nicht zu lange zu braten und es nach dem Garen unbedingt ausreichend ruhen zu lassen, bevor Sie es anschneiden. Auch das Schneiden gegen die Faser kann dazu beitragen, ein zarteres Endprodukt zu erzielen. Identifizieren Sie die Faserrichtung des Fleisches und schneiden Sie quer dazu.
Wie kann ich ohne Fleischthermometer testen, ob mein Steak fertig ist?
Wenn Sie kein Fleischthermometer zur Hand haben, können Sie den einfachen Handtest verwenden, um den Gargrad zu bestimmen:
- Raw (Roh): Drücken Sie mit dem Zeigefinger auf die Basis Ihres Daumens. Die Weichheit dort entspricht einem rohen Steak.
- Medium Rare (Englisch): Bringen Sie Daumen und Zeigefinger leicht zusammen. Das Gefühl der Festigkeit Ihres Handballens entspricht einem medium rare Steak.
- Medium (Rosa): Bringen Sie Daumen und Mittelfinger zusammen. Das Gefühl der Festigkeit entspricht einem medium Steak.
- Well Done (Durchgebraten): Bringen Sie Daumen und Ringfinger zusammen. Das Gefühl der Festigkeit entspricht einem well done Steak.
Vergleichen Sie das Gefühl des Steaks, indem Sie leicht darauf drücken, mit dem Gefühl Ihres Handballens.
Fazit: Mit den richtigen Tipps kann jeder ein gutes Steak braten
Das Braten eines perfekten Steaks in der Pfanne ist keine Raketenwissenschaft, erfordert aber Aufmerksamkeit für Details und das Beachten einiger wichtiger Regeln. Zusammenfassend lässt sich sagen:
- Wählen Sie ein geeignetes Fleischstück mit einer Dicke von mindestens drei Zentimetern aus.
- Lassen Sie das Steak vor dem Braten Zimmertemperatur annehmen und tupfen Sie es trocken.
- Salzen Sie das Steak vor dem Braten, pfeffern Sie es danach.
- Verwenden Sie eine hitzebeständige Pfanne (Gusseisen, Edelstahl) und ein hoch erhitzbares Öl oder Fett (z.B. Butterschmalz, Rapsöl).
- Braten Sie die Steaks kurz rundherum scharf an, um die Oberfläche zu verschließen und Röstaromen zu bilden.
- Garen Sie das Steak bei niedrigerer Temperatur im Ofen nach.
- Die Kerntemperatur und das Druckgefühl geben Ihnen den gewünschten Gargrad vor.
- Lassen Sie das Steak nach dem Braten unbedingt ruhen, damit sich die Säfte verteilen.
- Zum Aromatisieren eignen sich Butter, Knoblauch und mediterrane Kräuter.
Mit diesen Tipps in der Hand sind Sie bestens gerüstet, um jedes Mal ein saftiges, zartes und perfekt gebratenes Steak auf den Teller zu zaubern. Guten Appetit!
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