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Steaks perfekt grillen: Deckel auf oder zu?

29/01/2022

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Das Dilemma, vor dem Sie standen, ist vielen Grillmeistern bekannt: Soll der Deckel beim Grillen von Steaks auf dem Gasgrill offen bleiben oder geschlossen werden? Ihre Erfahrung mit trockenen Rinder- und Putensteaks, während Ihre Söhne auf eine andere Methode schworen, ist ein klassisches Beispiel für eine der häufigsten Fragen in der Welt des Grillens. Die Beobachtung, dass Steaks auf Volksfesten bei offener Glut knusprig und saftig sind, während Ihre eigenen trocken wurden, deutet auf einen entscheidenden Unterschied in der Grillmethode hin. Lassen Sie uns dieses Rätsel lüften und den Weg zu perfekt saftigen Steaks ebnen.

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Inhaltsverzeichnis

Das Geheimnis saftiger Steaks: Deckel auf oder zu?

Die Antwort auf die Frage, ob der Grilldeckel offen oder geschlossen bleiben sollte, ist nicht pauschal „entweder oder“, sondern vielmehr „es kommt darauf an“. Es hängt von der Dicke des Steaks, der gewünschten Garstufe und der Grillmethode ab. Ihre Erfahrung mit trockenen Steaks nach dem Schließen des Deckels ist ein starker Hinweis darauf, dass für dünnere Schnitte wie die von Ihnen verwendeten Rinder- und Putensteaks, eine andere Vorgehensweise vorteilhafter ist.

Offener Deckel: Die Kunst des direkten Grillens

Wenn Sie den Grilldeckel offen lassen, nutzen Sie die direkte, intensive Hitze der Flammen. Dies ist die ideale Methode für dünnere Steaks (bis etwa 2-3 cm Dicke) und für das scharfe Anbraten – oft als „Searing“ bezeichnet. Hierbei geht es darum, dem Fleisch schnell eine wunderbare Kruste zu verleihen, die voller Aromen steckt. Diese Kruste entsteht durch die sogenannte Maillard-Reaktion, eine chemische Reaktion zwischen Aminosäuren und reduzierenden Zuckern, die bei hohen Temperaturen stattfindet und für die begehrten Röstaromen und die Bräunung verantwortlich ist. Bei offenem Deckel können Sie die Hitze direkter kontrollieren und das Steak permanent beobachten, um ein Anbrennen zu verhindern.

Für dünne Rinder- und Putensteaks, wie Sie sie gegrillt haben, ist das Grillen mit offenem Deckel oft die bessere Wahl. Die hohe, direkte Hitze sorgt dafür, dass die Außenseite schnell karamellisiert und knusprig wird, während das Innere des Steaks nur kurz der Hitze ausgesetzt ist und somit saftig bleibt. Dies ähnelt dem Prinzip des Grillens über offener Glut auf einem Volksfest – schnelle, intensive Hitze, die primär die Oberfläche beeinflusst und das Innere unversehrt lässt.

Geschlossener Deckel: Der Ofeneffekt auf dem Grill

Das Schließen des Grilldeckels verwandelt Ihren Gasgrill in eine Art Konvektionsofen. Die Hitze staut sich im Garraum, zirkuliert um das Grillgut und gart es von allen Seiten gleichmäßiger. Dies ist ideal für:

  • Dickere Steaks: Ab etwa 3-4 cm Dicke, wie ein T-Bone, Porterhouse oder Tomahawk Steak. Hier reicht die direkte Hitze allein nicht aus, um das Innere auf die gewünschte Kerntemperatur zu bringen, ohne die Außenseite zu verbrennen.
  • Indirektes Grillen: Wenn Sie das Steak erst scharf anbraten (Searing) und es dann in einen Bereich des Grills verschieben, wo die Brenner ausgeschaltet sind (oder nur auf niedriger Stufe laufen), und den Deckel schließen. Dies ist die Zwei-Zonen-Grillmethode.
  • Gleichmäßiges Garen: Um eine bestimmte Kerntemperatur im gesamten Steak zu erreichen, ohne dass die äußeren Schichten zu stark durchgaren.

Ihre Söhne hatten nicht unrecht mit der Aussage, dass der Deckel oft geschlossen wird. Dies ist eine gängige Praxis, insbesondere bei größeren Fleischstücken oder wenn man den Gasgrill als Ofenersatz nutzen möchte. Das Problem bei Ihren dünnen Steaks war wahrscheinlich, dass die geschlossene Hitze den gesamten Grillraum zu stark aufheizte und die dünnen Fleischstücke von allen Seiten zu lange und zu intensiv garten, was zum Austrocknen führte, bevor eine perfekte Kruste entstehen konnte.

Warum Ihre Steaks trocken wurden: Häufige Fehler

Basierend auf Ihrer Beschreibung gab es wahrscheinlich eine Kombination aus Faktoren, die zum Austrocknen der Steaks führten:

  1. Dicke des Steaks: Puten- und Rindersteaks sind oft dünner geschnitten. Bei geschlossener Haube und hoher Hitze garen sie sehr schnell durch, manchmal sogar über die gewünschte Garstufe hinaus.
  2. Garmethode: Das durchgehende Garen bei geschlossener Haube auf hoher Temperatur ist für dünne Steaks oft zu viel. Die Hitze umschließt das Steak und gart es im Wesentlichen durch, anstatt nur eine Kruste zu bilden und das Innere saftig zu halten.
  3. Keine Ruhezeit: Ein oft übersehener, aber entscheidender Schritt. Unmittelbar nach dem Grillen ist das Fleisch unter Spannung, und die Säfte sind in der Mitte des Steaks konzentriert. Wird es sofort angeschnitten, laufen die Säfte aus.
  4. Fleischqualität/Zuschnitt: Auch wenn Sie dies nicht direkt beeinflussen können, können bestimmte Zuschnitte von Natur aus weniger Saft enthalten oder schneller austrocknen. Putensteaks sind oft magerer als Rindersteaks und neigen daher schneller zum Austrocknen.

Die Bedeutung der Kerntemperatur und Ruhezeit

Für wirklich saftige Steaks sind zwei Dinge unverzichtbar:

  • Das Fleischthermometer: Es ist Ihr bester Freund beim Grillen von Steaks. Mit einem schnell ablesbaren digitalen Fleischthermometer können Sie die innere Temperatur des Steaks präzise überwachen und es genau bei der gewünschten Garstufe vom Grill nehmen. Das Rätselraten hat ein Ende.
  • Die Ruhezeit: Nachdem das Steak vom Grill genommen wurde, sollten Sie es für mindestens 5-10 Minuten (je nach Dicke) auf einem Schneidebrett oder Teller ruhen lassen, locker mit Alufolie abgedeckt. Während dieser Ruhezeit verteilen sich die Fleischsäfte, die sich während des Grillens in die Mitte gezogen haben, wieder gleichmäßig im gesamten Steak. Das Ergebnis ist ein unglaublich saftiges und zartes Stück Fleisch, das beim Anschneiden nicht „ausblutet“ und trocken wird.

Die perfekte Steak-Technik: Zwei-Zonen-Grillen

Die effektivste Methode, um sowohl dünne als auch dicke Steaks perfekt zu grillen, ist das Zwei-Zonen-Grillen. Ihr Gasgrill ist dafür ideal geeignet:

  1. Vorbereitung: Heizen Sie Ihren Gasgrill auf sehr hohe direkte Hitze vor (alle Brenner auf volle Leistung). Wenn Sie eine Sizzle Zone haben, nutzen Sie diese. Parallel dazu richten Sie eine Zone für indirekte Hitze ein, indem Sie einen oder mehrere Brenner ausschalten oder auf die niedrigste Stufe stellen.
  2. Scharfes Anbraten (Searing): Legen Sie das Steak auf die Zone mit hoher direkter Hitze. Grillen Sie es dort für 1-3 Minuten pro Seite (je nach Dicke), bis eine schöne, dunkle Kruste entstanden ist. Lassen Sie den Deckel hierbei offen, um die volle, direkte Hitze auf das Steak wirken zu lassen und die Kruste zu bilden.
  3. Indirektes Garen (wenn nötig): Wenn das Steak dicker ist und Sie eine bestimmte Kerntemperatur erreichen möchten, verschieben Sie es nach dem Searing in die Zone mit indirekter Hitze. Schließen Sie nun den Deckel, um den Ofeneffekt zu nutzen und das Steak schonend bis zur gewünschten Kerntemperatur zu garen. Überprüfen Sie die Temperatur regelmäßig mit Ihrem Fleischthermometer.
  4. Ruhezeit: Nehmen Sie das Steak 2-3 Grad Celsius unter der gewünschten Endtemperatur vom Grill (es gart noch etwas nach). Lassen Sie es wie beschrieben ruhen.

Für Ihre dünnen Rinder- und Putensteaks wäre der Schritt 2 (scharfes Anbraten bei offenem Deckel) oft schon ausreichend gewesen. Nach 2-3 Minuten pro Seite sind dünne Steaks in der Regel perfekt medium-rare bis medium und wunderbar saftig. Ein längeres Garen mit geschlossenem Deckel führt hier unweigerlich zum Austrocknen.

Vergleichstabelle: Deckel auf vs. Deckel zu

Um Ihnen eine klare Orientierung zu geben, wann welche Methode am besten geeignet ist, hier eine Vergleichstabelle:

ParameterDeckel offen (Direkte Hitze)Deckel geschlossen (Indirekte Hitze / Ofen)
FleischdickeDünn (bis 2-3 cm)Dick (ab 3 cm), oder zum Nachgaren
ZielScharfes Anbraten, Krustenbildung (Maillard-Reaktion)Gleichmäßiges Garen, Erreichen der Kerntemperatur
HitzeverteilungDirekt, von untenUmschließend, wie im Ofen
Geeignete SteaksRumpsteak, Entrecôte, Putensteak (dünn), Flank SteakT-Bone, Porterhouse, Tomahawk, Roastbeef, Braten
Risiko bei falscher AnwendungAnbrennen bei zu langem GarenAustrocknen bei dünnen Steaks, weiche Kruste
Optimal fürSchnelle Garzeiten, maximale RöstaromenSchonendes Garen, präzise Garpunkte

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

  • F: Warum werden meine Steaks trocken, obwohl sie innen noch rosa sind?
    A: Das liegt oft daran, dass das Steak zu lange oder bei zu hoher Hitze gegrillt wurde, was die äußeren Schichten austrocknet, während der Kern noch nicht überhitzt ist. Eine fehlende Ruhezeit oder das sofortige Anschneiden kann ebenfalls dazu führen, dass die Säfte entweichen und das Steak trocken wirkt. Für dünne Steaks ist oft der offene Deckel und eine kurze, intensive Hitze die Lösung.
  • F: Brauche ich wirklich ein Fleischthermometer?
    A: Ja, unbedingt! Ein Fleischthermometer ist das wichtigste Werkzeug für perfekt gegrillte Steaks. Es eliminiert das Rätselraten und ermöglicht es Ihnen, das Steak genau bei der gewünschten Garstufe vom Grill zu nehmen. Gerade bei dickeren Steaks ist die Kerntemperatur entscheidend.
  • F: Wie lange sollte ein Steak ruhen?
    A: Als Faustregel gilt: 1 Minute Ruhezeit pro Zentimeter Fleischdicke, mindestens aber 5 Minuten. Bei sehr dicken Steaks (ab 4-5 cm) können es auch 10-15 Minuten sein. Decken Sie es locker mit Alufolie ab, damit es warm bleibt, aber nicht schwitzt.
  • F: Kann ich jedes Steak mit geschlossenem Deckel grillen?
    A: Nicht unbedingt. Dünne Steaks (unter 2-3 cm) garen bei geschlossenem Deckel oft zu schnell durch und trocknen aus. Hier ist die direkte Hitze bei offenem Deckel für eine schnelle Krustenbildung besser geeignet. Für dickere Steaks oder zum Nachgaren nach dem Anbraten ist der geschlossene Deckel jedoch ideal.
  • F: Was ist die ideale Temperatur für das Anbraten von Steaks?
    A: Für das scharfe Anbraten (Searing) sollte der Grill so heiß wie möglich sein, idealerweise über 250°C. Nur so entsteht schnell die gewünschte Kruste, ohne das Innere zu stark zu garen.

Zusammenfassung und Tipps für saftige Steaks

Ihre Erfahrung ist wertvoll und zeigt, dass das Grillen von Steaks auf dem Gasgrill eine Kunst ist, die mit dem richtigen Wissen gemeistert werden kann. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten, um in Zukunft immer saftige und knusprige Steaks zu genießen:

  1. Deckelstrategie anpassen: Für dünne Steaks (Rind, Pute) verwenden Sie primär die direkte, hohe Hitze bei offenem Deckel, um eine schnelle Kruste zu erzielen und das Innere saftig zu halten. Für dickere Steaks nutzen Sie die Zwei-Zonen-Methode: scharf anbraten bei offenem Deckel, dann bei geschlossenem Deckel indirekt fertig garen.
  2. Fleisch vorbereiten: Nehmen Sie das Steak etwa 30-60 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank, damit es Zimmertemperatur annehmen kann. Tupfen Sie es vor dem Grillen gut trocken, das fördert die Krustenbildung. Würzen Sie es großzügig mit Salz und Pfeffer.
  3. Grill vorheizen: Heizen Sie Ihren Gasgrill immer gründlich vor, bis er die gewünschte Temperatur erreicht hat (sehr heiß für direktes Grillen).
  4. Fleischthermometer nutzen: Verlassen Sie sich nicht auf Schätzungen. Ein Thermometer garantiert die perfekte Garstufe.
  5. Ruhezeit einhalten: Lassen Sie jedes Steak nach dem Grillen ruhen. Dieser Schritt ist entscheidend für die Saftigkeit.

Mit diesen Tipps werden Sie und Ihre Söhne bald perfekt saftige und knusprige Steaks vom Gasgrill genießen. Experimentieren Sie mit den Methoden und finden Sie heraus, was für Ihre bevorzugten Steak-Zuschnitte am besten funktioniert. Gutes Gelingen!

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