17/12/2021
Das Naturschnitzel – ein wahrer Klassiker der deutschen Küche, der an Gemütlichkeit und puren Genuss kaum zu übertreffen ist. Es steht für herzhafte Hausmannskost, die besonders am Sonntagmittag Familien am Tisch versammelt und ein unkompliziertes, aber dennoch festliches Mahl verspricht. Doch wie gelingt dieses vermeintlich einfache Gericht wirklich perfekt, sodass es zart, saftig und voller Geschmack auf den Teller kommt? Wir verraten Ihnen alle Geheimnisse und Kniffe, damit Ihr nächstes Schnitzel zum unvergesslichen Gaumenschmaus wird.

Im Gegensatz zum panierten Wiener Schnitzel zeichnet sich das Naturschnitzel durch seine schlichte Eleganz aus: Es kommt ohne Panade aus und lebt vom puren Fleischgeschmack, verfeinert durch eine exquisite Sauce aus dem Bratensatz. Diese Einfachheit ist seine größte Stärke und gleichzeitig die Herausforderung, denn die Qualität des Fleisches und die richtige Zubereitung sind hier absolut entscheidend.
- Die Wahl des richtigen Fleisches: Grundlage für den Genuss
- Schritt für Schritt: Das perfekte Naturschnitzel zubereiten
- Was passt zum Naturschnitzel? Die idealen Beilagen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund ums Naturschnitzel
- 1. Warum wölbt sich mein Schnitzel beim Braten?
- 2. Welches Öl ist am besten zum Braten von Schnitzel?
- 3. Wie erkenne ich, ob mein Schnitzel gar ist?
- 4. Kann ich Naturschnitzel vorbereiten?
- 5. Wie mache ich die Sauce dicker oder cremiger?
- 6. Was ist der Unterschied zwischen Naturschnitzel und Wiener Schnitzel?
- Häufige Fehler beim Naturschnitzel-Braten vermeiden
Die Wahl des richtigen Fleisches: Grundlage für den Genuss
Die Qualität des Fleisches ist der Schlüssel zu einem herausragenden Naturschnitzel. Traditionell wird Kalbfleisch verwendet, da es besonders zart und geschmackvoll ist. Doch auch andere Fleischsorten eignen sich hervorragend und bieten eine köstliche Alternative:
| Fleischart | Eigenschaften | Empfehlung für Naturschnitzel |
|---|---|---|
| Kalbschnitzel (aus der Oberschale oder dem Rücken) | Sehr zart, feiner Eigengeschmack, mager | Die klassische und edelste Wahl für ein authentisches Naturschnitzel. |
| Schweineschnitzel (aus dem Schinken oder Lende) | Zart, kräftiger im Geschmack, oft preiswerter | Eine ausgezeichnete und beliebte Alternative, die viel Geschmack bietet. |
| Putenschnitzel (aus der Brust) | Mager, sehr mild im Geschmack, fettarm | Ideal für eine leichtere oder gesündere Variante des Naturschnitzels. |
| Hähnchenschnitzel (aus der Brust) | Sehr mild, fettarm, schnell gar | Eine weitere leichte Option, die schnell zubereitet ist. |
Achten Sie beim Einkauf stets auf frisches, qualitativ hochwertiges Fleisch. Es sollte eine schöne Farbe haben und nicht wässrig aussehen.
Schritt für Schritt: Das perfekte Naturschnitzel zubereiten
Mit der richtigen Vorbereitung und ein paar Tricks wird Ihr Naturschnitzel garantiert ein Erfolg. Hier ist eine detaillierte Anleitung:
1. Vorbereitung des Fleisches: Klopfen und Einschneiden
Der erste und oft unterschätzte Schritt zu einem zarten Schnitzel ist das richtige Klopfen. Legen Sie die Fleischstücke einzeln zwischen zwei Frischhaltefolien oder in einen aufgeschnittenen Gefrierbeutel. Klopfen Sie das Fleisch nun vorsichtig und gleichmäßig mit der flachen Seite eines Fleischklopfers oder der Unterseite eines schweren Topfes. Ziel ist eine Dicke von etwa 4-6 mm, um eine gleichmäßige Garung zu gewährleisten. Achten Sie darauf, das Fleisch nicht zu zerreißen, sondern sanft zu plattieren.
Ein häufiges Problem beim Braten von Schnitzeln ist das Wölben oder Zusammenziehen des Fleisches, was zu ungleichmäßigem Garen und Bräunen führt. Um dies zu verhindern, gibt es einen einfachen, aber sehr effektiven Trick: Schneiden Sie die Ränder des Schnitzels alle 3 bis 4 cm etwa 0,5 bis 1 cm tief ein. Diese kleinen Einschnitte verhindern, dass sich die Muskelfasern beim Erhitzen stark zusammenziehen und das Schnitzel flach auf dem Pfannenboden liegen bleibt. Dieser Tipp sorgt für ein gleichmäßig gebratenes und ansprechendes Ergebnis.
2. Würzen ist das A und O
Nach dem Klopfen und Einschneiden ist das Würzen an der Reihe. Salzen und pfeffern Sie das Schnitzel großzügig von beiden Seiten. Verwenden Sie hierfür am besten frisch gemahlenen Pfeffer und feines Salz. Manche Köche geben auch gerne eine Prise Paprikapulver (edelsüß) hinzu, um dem Fleisch eine leichte Würze und eine schöne Farbe zu verleihen. Reiben Sie die Gewürze leicht in das Fleisch ein, damit sie gut haften.
3. Das richtige Braten: Hitze und Technik
Erhitzen Sie in einer großen Pfanne, die idealerweise einen dicken Boden hat, Butterschmalz oder ein hitzebeständiges Öl (wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl) bei mittlerer bis hoher Hitze. Es ist entscheidend, dass die Pfanne gut heiß ist, bevor Sie das Schnitzel hineinlegen. Das Öl sollte leicht rauchen, aber nicht brennen. Das ist der Moment, in dem das Fleisch eine schöne Kruste bekommt und die Säfte im Inneren eingeschlossen werden.
Legen Sie die Schnitzel vorsichtig in die heiße Pfanne, ohne die Pfanne zu überladen. Braten Sie nicht zu viele Schnitzel gleichzeitig, sonst kühlt die Pfanne zu stark ab und das Fleisch beginnt zu kochen statt zu braten. Braten Sie jedes Schnitzel pro Seite 2-3 Minuten goldbraun. Die genaue Bratzeit hängt von der Dicke des Schnitzels und der Hitze Ihrer Pfanne ab. Das Fleisch sollte innen zart und saftig sein, mit einer schönen Bräunung außen.
4. Die perfekte Sauce aus dem Bratensatz
Der Bratsatz, der sich am Boden der Pfanne absetzt, ist die geschmackliche Grundlage für eine fantastische Sauce. Nehmen Sie die fertig gebratenen Schnitzel aus der Pfanne und legen Sie sie auf einen vorgewärmten Teller oder in Alufolie gewickelt beiseite, damit sie warm bleiben und ruhen können.
Geben Sie nun einen Schuss Flüssigkeit in die Pfanne – Wasser, Gemüsebrühe oder, für eine besonders aromatische Note, einen trockenen Weißwein. Das Ablöschen des Bratensatzes mit Wein ist ein Tipp für Gourmets: Der Alkohol verkocht dabei, aber der intensive Geschmack und die feinen Röstaromen bleiben erhalten und werden gelöst. Kratzen Sie den Bratsatz mit einem Holzlöffel vom Pfannenboden und rühren Sie ihn in die Flüssigkeit ein. Lassen Sie die Sauce etwas einkochen, bis sie leicht reduziert ist.
Für eine besondere Geschmacksnote können Sie nun ein kleines Stück kalte Butter in die Sauce geben und die Pfanne schwenken, bis die Butter geschmolzen ist und die Sauce leicht andickt und glänzt. Wer es gerne würziger mag, kann gleichzeitig mit der Butter etwas gepressten Knoblauch und/oder eine Prise Kümmel in die Sauce geben. Dies verleiht dem Naturschnitzel eine wunderbar würzige Tiefe und hebt den puren Fleischgeschmack hervor. Schmecken Sie die Sauce nochmals mit Salz und Pfeffer ab.
Was passt zum Naturschnitzel? Die idealen Beilagen
Ein Naturschnitzel ist nur halb so gut ohne die passenden Beilagen. Hier sind einige klassische und beliebte Vorschläge, die das Gericht perfekt abrunden:
- Salzkartoffeln oder Petersilienkartoffeln: Die schlichte Eleganz der Kartoffeln bildet einen hervorragenden Kontrast zum herzhaften Schnitzel und nimmt die Sauce wunderbar auf.
- Kartoffelbrei: Cremiger Kartoffelbrei ist eine weitere beliebte Wahl, besonders wenn man eine sämige Konsistenz bevorzugt.
- Pommes frites: Für Liebhaber des knusprigen Genusses sind Pommes frites eine willkommene Ergänzung.
- Frischer grüner Salat: Ein einfacher Blattsalat mit einem leichten Vinaigrette-Dressing sorgt für eine angenehme Frische und Säure, die das reichhaltige Gericht ausgleicht.
- Preiselbeeren oder Zitronenspalten: Ein Klecks Preiselbeermarmelade oder eine frische Zitronenspalte bieten eine fruchtig-säuerliche Note, die den Geschmack des Fleisches hervorhebt und für eine ausgewogene Geschmackskomposition sorgt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) rund ums Naturschnitzel
1. Warum wölbt sich mein Schnitzel beim Braten?
Das Wölben des Schnitzels ist ein häufiges Problem und liegt daran, dass sich die Muskelfasern beim Erhitzen zusammenziehen. Um dies zu verhindern, ist es entscheidend, die Ränder des Schnitzels vor dem Braten alle paar Zentimeter 0,5 bis 1 cm tief einzuschneiden. Auch eine zu kalte Pfanne kann dazu führen, dass das Fleisch sich zusammenzieht statt sofort zu braten.
2. Welches Öl ist am besten zum Braten von Schnitzel?
Für Naturschnitzel eignen sich Fette mit einem hohen Rauchpunkt, die hohe Temperaturen vertragen, ohne zu verbrennen. Butterschmalz ist eine ausgezeichnete Wahl, da es dem Schnitzel einen feinen, buttrigen Geschmack verleiht. Alternativ können Sie hitzebeständige Pflanzenöle wie Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Erdnussöl verwenden.
3. Wie erkenne ich, ob mein Schnitzel gar ist?
Ein perfekt gegartes Schnitzel ist goldbraun gebraten und fühlt sich beim leichten Druck mit dem Finger fest, aber noch leicht federnd an. Im Inneren sollte es keine rosafarbenen Stellen mehr aufweisen und wunderbar saftig sein. Die genaue Bratzeit hängt von der Dicke des Fleisches ab.
4. Kann ich Naturschnitzel vorbereiten?
Sie können das Fleisch vorbereiten, also klopfen, einschneiden und würzen. Es empfiehlt sich jedoch, das Schnitzel erst kurz vor dem Servieren zu braten, um die beste Qualität und Zartheit zu gewährleisten. Frisch gebraten schmeckt es einfach am besten.
5. Wie mache ich die Sauce dicker oder cremiger?
Die Sauce aus dem Bratensatz dickt in der Regel durch Reduktion ein. Wenn Sie eine sämigere Sauce wünschen, können Sie am Ende der Reduktionsphase ein kleines Stück kalte Butter einrühren oder eine Messerspitze Speisestärke, die in etwas kaltem Wasser aufgelöst wurde, unter Rühren hinzufügen und kurz aufkochen lassen.
6. Was ist der Unterschied zwischen Naturschnitzel und Wiener Schnitzel?
Der Hauptunterschied liegt in der Panierung. Ein Wiener Schnitzel wird traditionell aus Kalbfleisch hergestellt und vor dem Braten paniert (Mehl, Ei, Semmelbrösel). Das Naturschnitzel hingegen wird ohne Panade direkt gebraten und oft mit einer Sauce aus dem Bratensatz serviert. Es legt den Fokus stärker auf den reinen Fleischgeschmack.
Häufige Fehler beim Naturschnitzel-Braten vermeiden
- Pfanne überladen: Braten Sie immer nur so viele Schnitzel auf einmal, wie bequem in die Pfanne passen, ohne dass sie sich berühren. Eine überladene Pfanne kühlt schnell ab, und das Fleisch kocht eher, anstatt knusprig zu braten.
- Zu wenig Hitze: Eine zu geringe Bratentemperatur führt dazu, dass das Schnitzel trocken und zäh wird, da es länger braten muss, um Farbe zu bekommen. Achten Sie auf eine ausreichend hohe Starttemperatur.
- Zu lange braten: Übergebratenes Schnitzel verliert seine Saftigkeit und wird trocken. Lieber etwas kürzer braten und bei Bedarf noch eine Minute länger in der Pfanne lassen.
- Nicht ruhen lassen: Nach dem Braten sollten die Schnitzel kurz ruhen (in Alufolie gewickelt). Dadurch verteilen sich die Fleischsäfte gleichmäßig, und das Schnitzel bleibt saftiger.
Mit diesen Tipps und Tricks steht Ihrem perfekten Naturschnitzel nichts mehr im Wege. Es ist ein Gericht, das mit Liebe zubereitet wird und eine wunderbare Tradition für den Familientisch darstellt. Genießen Sie die Zartheit des Fleisches und die aromatische Sauce – ein Fest für die Sinne, das immer wieder Freude bereitet.
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