Ist es verboten auf der Sandbank zu grillen?

Grillen in Salzburg: Wo es erlaubt ist – oder nicht

15/12/2022

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Der Duft von frisch Gegrilltem ist für viele untrennbar mit warmen Sommerabenden und gemütlichem Beisammensein verbunden. Doch wer in Salzburg abseits des eigenen Gartens oder Balkons den Grill anwerfen möchte, steht oft vor einem Dilemma: Wo darf man überhaupt legal grillen? Die Antwort ist leider ernüchternd und kompliziert. Was in anderen Städten wie Wien seit Jahren problemlos funktioniert, scheint in Salzburg eine fast unlösbare Aufgabe zu sein. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Rechtslage, zeigt auf, wo früher gegrillt werden durfte, wo es heute toleriert wird und gibt wichtige Tipps für ein verantwortungsvolles Grillvergnügen in der Natur.

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Inhaltsverzeichnis

Die frustrierende Rechtslage in Salzburg: Grillen fast überall verboten

Die schlechte Nachricht vorweg: Offiziell ist das Grillen in und um die Stadt Salzburg fast nirgends erlaubt. Diese strikte Regelung ist für viele Bewohnerinnen und Bewohner, die keine eigene Grünfläche besitzen, eine große Enttäuschung. Es gab Versuche, dieser Sehnsucht nachzukommen, doch diese scheiterten oft schnell. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der Glanspitz.

Am Glanspitz wurde vor einiger Zeit Salzburgs erster öffentlicher Grillplatz feierlich eröffnet. Dies war eine direkte Reaktion auf den anhaltenden Wunsch vieler Salzburger, endlich legal im Freien grillen zu dürfen. Doch die Freude währte nicht lange. Nicht einmal ein Jahr nach der Eröffnung wurden plötzlich Verbotsschilder aufgestellt. Der Grund: „Aufgrund zahlreicher Konflikte und Beschwerden“. Was genau zu diesen Konflikten führte, bleibt oft im Dunkeln, doch die Konsequenz ist klar: Der lang ersehnte öffentliche Grillplatz wurde wieder geschlossen. Dies wirft die Frage auf, warum es in Salzburg nicht gelingt, funktionierende Konzepte zu etablieren, während in anderen Großstädten das gemeinsame Grillen im öffentlichen Raum seit Jahren problemlos funktioniert. Die Stadt Salzburg scheint hier noch keinen gangbaren Weg gefunden zu haben, der sowohl den Bedürfnissen der Bevölkerung als auch den Ansprüchen an Ordnung und Ruhe gerecht wird. Diese Situation führt zu einer allgemeinen Verunsicherung und dazu, dass viele Grillfreunde auf inoffizielle Wege ausweichen müssen.

Wo Grillen offiziell erlaubt war – und jetzt leider nicht mehr

Es gab tatsächlich einen Ort im gesamten Land Salzburg, der lange Zeit als offizieller und legaler Grillplatz galt: das Naturbadegebiet Vorderkaser in St. Martin bei Lofer. Dieser Ort war im Grunde ein kleines Paradies für Naturliebhaber. Hier konnte man nicht nur wunderbar schwimmen und zelten, sondern eben auch ganz offiziell grillen. Es war der einzige ausgewiesene Platz im ganzen Bundesland, der diese Kombination von Aktivitäten ermöglichte. Für viele Salzburger, die bereit waren, die etwas längere Anreise in Kauf zu nehmen, war Vorderkaser eine echte Alternative zum heimischen Garten.

Die Lage des Naturbadegebiets war idyllisch, eingebettet in die Natur und fernab der städtischen Hektik. Wer gerne ein paar Bier zum Gegrillten trinken wollte, konnte direkt den Schlafsack und die Isomatte mitnehmen und über Nacht bleiben – ein kleiner Outdoor-Urlaub vor der Haustür. Die Entfernung zur Stadt Salzburg machte jedoch ein Auto unumgänglich, was die Spontaneität etwas einschränkte. Doch auch diese letzte Bastion des legalen öffentlichen Grillens ist inzwischen gefallen. Wie uns berichtet wurde, ist das Grillen auch hier mittlerweile untersagt. Damit gibt es im Land Salzburg de facto keine offiziellen, legalen Grillplätze mehr. Diese Entwicklung verstärkt die Frustration und treibt Grillbegeisterte noch stärker in die sogenannten „grauen Zonen“.

Die „Grauzonen“: Wo man trotzdem grillt und was zu beachten ist

Da offizielle Grillplätze in Salzburg Mangelware sind, haben sich über die Jahre einige Orte etabliert, an denen das Grillen zwar nicht explizit erlaubt, aber oft toleriert wird – solange man sich an ungeschriebene Regeln hält. Diese Orte sind keine offiziellen Grillzonen, sondern vielmehr Treffpunkte, an denen man seit Jahren immer wieder Salzburgerinnen und Salzburger beim Grillen beobachten kann.

Der „irgendwie eh (l)egale“ Grillplatz an der Salzach bei Bergheim

Einer dieser inoffiziellen, aber beliebten Treffpunkte befindet sich kurz nach der Salzburger Stadtgrenze in Bergheim. Genauer gesagt auf der rechten Uferseite der Salzach, zwischen den Lokalbahnstationen Hagenau und Bergheim. Dieser Abschnitt der Salzach ist bekannt für seine wunderschönen Steinformationen, die weit in den Fluss ragen. Sie eignen sich perfekt zum Sitzen, Liegen, Biertrinken und natürlich zum Braten von Käsekrainern. Es ist ein malerischer Ort, der auch ohne Grill zu den Lieblingsplätzen vieler Einheimischer zählt. Hier herrscht eine entspannte Atmosphäre, und obwohl das Grillen offiziell nicht erlaubt ist, wird es oft geduldet, solange keine Beeinträchtigungen entstehen. Der Schlüssel hier ist Rücksichtnahme auf die Natur und andere Erholungssuchende.

Der „ziemlich egale“ Grillplatz in der Saalachau bei Käferheim

In der Saalachau bei Käferheim wird das Grillen quasi seit Generationen praktiziert. Auch hier ist das Feuer machen offiziell verboten, doch die Kontrollen sind erfahrungsgemäß nicht besonders streng. An fast jedem schönen Abend trifft man hier einige Leute, die auf der Sandbank vor der Staustufe ihre Käsekrainer oder Grilltofu zubereiten. Die Saalachau bietet eine weitläufige Naturkulisse, die zum Verweilen einlädt. Das gefühlsmäßige Verständnis unter den Grillern lautet hier: Grillen mit einem kleinen, tragbaren Griller ist in Ordnung, aber ein großes Lagerfeuer zu machen, ist es definitiv nicht. Auch hier gilt als oberstes Gebot: Den entstandenen Müll wieder mit nach Hause nehmen. Das ist nicht nur eine Frage der Sauberkeit, sondern auch des Respekts vor der Natur und der Gemeinschaft.

Der „eher illegale“ Grillplatz im Donnenbergpark

Der Donnenbergpark ist ein heimlicher Favorit, besonders bei Jugendlichen. Zwischen Altersheim und Kleingartensiedlung treffen sich hier jeden Abend Dutzende zum Kicken, Frisbee- oder Basketballspielen, Slacklinen oder einfach nur zum Entspannen im Gras. Der Almkanal fließt direkt daran vorbei und sorgt an heißen Tagen für willkommene Abkühlung. Obwohl der Donnenbergpark ein beliebter Treffpunkt ist, ist man sich hier ziemlich sicher, dass das Grillen eigentlich nicht erlaubt ist. Trotzdem sieht man immer wieder kleine Griller in Betrieb. Die entspannte Atmosphäre und die Beliebtheit des Parks bei der Jugend scheinen hier zu einer gewissen Duldung zu führen, doch das Risiko, erwischt zu werden, ist hier wohl höher als an den zuvor genannten Orten. Hier ist Diskretion und verantwortungsvolles Verhalten besonders wichtig.

Der „definitiv illegale“ Grillplatz an der Königsseeache

Die Königsseeache war einst ein legendärer Ort für Generationen von Jugendlichen, ein Ort der Freiheit und des unbeschwerten Miteinanders. Doch diese Zeiten sind vorbei. Seit 2005 ist an der Königsseeache so ziemlich alles verboten, was Spaß macht. Ab 22 Uhr darf man offiziell nicht einmal mehr vor Ort sein. Trotz dieser strengen Regeln sieht man untertags immer wieder Minigriller auf den Sandbänken vor sich hin glimmen. Auch hier scheint die Devise zu lauten: Wer kein großes Lagerfeuer macht, sondern sich auf einem kleinen Campinggrill eine Wurst brät, wird vermutlich keinen Ärger bekommen. Die Behörden scheinen hier eher auf die Einhaltung der Nachtruhe und die Vermeidung von großen Menschenansammlungen zu achten, als auf jedes kleine Grillfeuer am Tag. Dennoch bleibt die Königsseeache ein Ort, an dem man sich bewusst ist, dass man sich in einer Grauzone bewegt und im Zweifelsfall mit Konsequenzen rechnen muss.

Ausrüstung und Verantwortung: Was Sie beim öffentlichen Grillen beachten sollten

Unabhängig davon, wo Sie sich entscheiden, Ihren Grill anzufeuern, gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um das Grillvergnügen für alle Beteiligten positiv zu gestalten und Konflikte zu vermeiden. Die Wahl der richtigen Ausrüstung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Wer gerne außerhalb des eigenen Gartens grillt, besorgt sich am besten einen kleinen Camping-Griller. Diese sind kompakt, leicht zu transportieren und ideal für den spontanen Einsatz. Modelle wie die von Weber, die man beispielsweise in Hallwang kaufen kann, bieten gute Qualität, sind aber mit rund 80 Euro eher im oberen Preissegment angesiedelt. Deutlich günstigere Varianten, die genauso gut funktionieren, gibt es in jedem Baumarkt. Eine beliebte, aber ökologisch bedenkliche Option sind Einweg-Griller, die in vielen Supermärkten erhältlich sind. Wie der Name schon sagt, können diese nur einmal verwendet werden, was zu einem dementsprechend großen biologischen Fußabdruck führt. Angesichts der Umweltbelastung sollten diese nur im absoluten Notfall genutzt werden. Investieren Sie lieber in einen wiederverwendbaren Camping-Grill – das schont die Umwelt und langfristig auch den Geldbeutel.

Das Wichtigste beim Grillen im Freien ist jedoch die Verantwortung. Wenn Griller, Bier und Halloumi besorgt sind und es losgehen kann, denken Sie bitte immer daran: Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit nach Hause! Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist aber leider immer wieder ein Problem an öffentlichen Plätzen. Essensreste, Verpackungen, leere Flaschen und vor allem die Reste des Grills (insbesondere bei Einweg-Grillern) müssen ordnungsgemäß entsorgt werden. Niemand möchte in einem vermüllten Naherholungsgebiet spazieren gehen oder sich niederlassen. Auch die Brandgefahr ist ein ernstzunehmendes Thema, besonders in trockenen Perioden. Achten Sie darauf, dass keine glühenden Kohlen zurückbleiben und dass der Grill auf einem sicheren, nicht brennbaren Untergrund steht. Ein Eimer Wasser oder Sand sollte immer griffbereit sein, um kleine Brände sofort löschen zu können. Laute Musik und übermäßiger Lärm können ebenfalls zu Beschwerden führen. Respektieren Sie die Natur und die Mitmenschen, die ebenfalls die Ruhe und Schönheit der Umgebung genießen möchten.

Vergleich der „Grill-Hotspots“ in Salzburg

OrtOffizieller StatusBesonderheiten & Hinweise
GlanspitzEhemals erlaubt, jetzt verbotenErster öffentlicher Grillplatz, schnell wieder geschlossen wegen Konflikten.
Vorderkaser (St. Martin)Ehemals erlaubt, jetzt verbotenEinziger offizieller Grillplatz im Land, idyllisch zum Schwimmen & Zelten, aber weit weg.
Salzach bei BergheimOffiziell nicht erlaubt, aber toleriertMalerische Steinformationen, beliebt bei Einheimischen, „irgendwie legal“, auf Rücksichtnahme achten.
Saalachau bei KäferheimOffiziell nicht erlaubt, aber toleriertGenerationslange Grilltradition, entspannte Kontrolle, nur kleine Grills, kein Lagerfeuer.
DonnenbergparkOffiziell nicht erlaubt, eher illegalBeliebt bei Jugendlichen, lebhaft, Nähe zum Almkanal, Risiko erwischt zu werden.
KönigsseeacheOffiziell nicht erlaubt, definitiv illegalSehr strenge Regeln (v.a. abends), tagsüber kleine Grills oft toleriert, kein Lagerfeuer.

Häufig gestellte Fragen zum Grillen in Salzburg

Ist Grillen auf Sandbänken in Salzburg generell verboten?

Ja, generell ist das Grillen auf Sandbänken und in den meisten anderen öffentlichen Bereichen in Salzburg offiziell verboten. Die Ausnahmen, die es einst gab (wie am Glanspitz oder in Vorderkaser), wurden wieder aufgehoben. Die im Artikel genannten Sandbänke an der Saalachau oder der Königsseeache sind Orte, an denen das Grillen eher geduldet wird, solange es sich um kleine, tragbare Grills handelt und keine Störung oder Gefahr entsteht. Es ist wichtig zu verstehen, dass es keine explizite Erlaubnis gibt und man sich in einer Grauzone bewegt.

Gibt es in Salzburg überhaupt noch legale Grillplätze?

Nach den jüngsten Entwicklungen, insbesondere der Aufhebung der Erlaubnis in Vorderkaser und am Glanspitz, gibt es im gesamten Land Salzburg derzeit keinen offiziell ausgewiesenen, legalen Grillplatz mehr. Das ist eine große Enttäuschung für viele Grillbegeisterte. Die Stadt Salzburg hat hier im Vergleich zu anderen österreichischen Städten, die funktionierende Konzepte für öffentliche Grillzonen haben, noch Nachholbedarf. Die im Artikel genannten Orte sind inoffizielle Treffpunkte, an denen das Grillen oft toleriert wird, aber eben nicht legal ist.

Welche Art von Griller sollte ich für das Grillen im Freien verwenden?

Für das Grillen im Freien sind kleine Camping-Griller oder tragbare Kugelgrills am besten geeignet. Sie sind leicht zu transportieren, stabil und ermöglichen eine gute Kontrolle über die Glut. Von Einweg-Grillern wird aufgrund ihrer Umweltbilanz dringend abgeraten. Sie verursachen viel Müll und sind oft weniger effizient. Achten Sie darauf, dass Ihr Griller einen sicheren Stand hat und die Hitze gut nach unten abschirmt, um den Untergrund nicht zu beschädigen oder Brandgefahr zu verursachen.

Was passiert, wenn ich beim illegalen Grillen erwischt werde?

Die Konsequenzen können variieren. Offiziell kann das Grillen an verbotenen Orten als Verwaltungsübertretung geahndet werden, was zu einer Geldstrafe führen kann. In vielen der „Grauzonen“ wird jedoch oft zuerst eine Ermahnung ausgesprochen, besonders wenn es sich um kleine, unauffällige Grillaktionen handelt und keine Belästigung oder Gefahr davon ausgeht. Bei Beschwerden, Umweltverschmutzung oder Brandgefahr sind die Behörden jedoch angehalten, konsequent einzuschreiten. Das Risiko ist also vorhanden und sollte nicht unterschätzt werden. Verantwortungsvolles Verhalten minimiert dieses Risiko erheblich.

Muss ich meinen Müll nach dem Grillen mit nach Hause nehmen?

Ja, absolut! Die Müllentsorgung ist eine der wichtigsten Regeln beim Grillen in der Natur und ein entscheidender Faktor dafür, ob bestimmte Orte weiterhin geduldet werden. Lassen Sie keinerlei Abfälle zurück, weder Essensreste noch Verpackungen, Flaschen oder Grillkohle. Nehmen Sie alles, was Sie mitgebracht haben, auch wieder mit. Das ist nicht nur eine Frage des Umweltschutzes und der Sauberkeit, sondern auch des Respekts vor anderen Menschen und der Natur. Nur so können diese inoffiziellen Grillplätze weiterhin bestehen und die Natur für alle erhalten bleiben.

Fazit: Grillen in Salzburg – Ein Balanceakt zwischen Wunsch und Realität

Das Grillen in der Natur ist ein tief verwurzelter Wunsch vieler Salzburgerinnen und Salzburger. Die aktuelle Rechtslage macht es jedoch zu einer Herausforderung. Es gibt kaum offizielle Orte, an denen das Grillen erlaubt ist, und selbst die wenigen Versuche, solche zu schaffen, scheiterten bisher. Dies führt dazu, dass sich viele Grillbegeisterte in die „Grauzonen“ begeben, wo das Grillen zwar nicht legal, aber oft geduldet wird.

Diese inoffiziellen Orte – von der Salzach bei Bergheim über die Saalachau bis hin zu Donnenbergpark und Königsseeache – bieten eine Möglichkeit, dem Grillvergnügen nachzugehen. Doch sie fordern von jedem Einzelnen ein hohes Maß an Eigenverantwortung. Die Einhaltung ungeschriebener Regeln wie die Vermeidung von Lagerfeuern, die Nutzung kleiner, tragbarer Grills und vor allem die lückenlose Müllentsorgung sind entscheidend. Nur durch rücksichtsvolles Verhalten und den Respekt vor der Natur und den Mitmenschen kann die Duldung dieser Orte aufrechterhalten werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Salzburg in Zukunft Lösungen findet, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entgegenkommen und legale, gut verwaltete öffentliche Grillplätze schaffen, die das gemeinsame Erleben und Genießen der Natur für alle ermöglichen, ohne dabei Konflikte zu provozieren.

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