Ist Grillen im Garten gefährlich?

Grillkamin selbst bauen: Mörtel & Perfektion

11/12/2021

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Der Traum vom eigenen, maßgeschneiderten Gartengrillkamin ist für viele Grillliebhaber ein besonderes Ziel. Die Möglichkeit, Größe, Design und Materialauswahl selbst zu bestimmen, ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern bietet auch erhebliches Einsparpotenzial. Wenn Sie die Herausforderung des Selbstbaus annehmen, schaffen Sie nicht nur einen funktionalen Grill, sondern auch ein echtes Schmuckstück für Ihren Garten oder Ihre Terrasse, das genau Ihren Bedürfnissen entspricht. Ein entscheidender Faktor für die Langlebigkeit und Ästhetik Ihres Grillkamins ist dabei der korrekte Umgang mit dem Baustoff Mörtel – von der richtigen Mischung bis zur sauberen Entfernung überschüssiger Reste.

Wie reinige ich einen gemauerten Grill?
Inhaltsverzeichnis

Die perfekte Planung: Das A und O für Ihren Grillkamin

Bevor der erste Stein gesetzt wird, ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Ein Gartengrillkamin ist ein festes Bauwerk, das den Elementen ausgesetzt ist und sicher stehen muss. Die Wahl des richtigen Standortes ist dabei von größter Bedeutung.

Standortwahl: Sicherheit und Komfort vereint

Ihr Grillkamin sollte idealerweise an einem witterungsgeschützten Ort stehen, um ihn vor Regen und Schnee zu schützen und seine Lebensdauer zu verlängern. Dies bedeutet jedoch nicht, dass er überdacht oder gar unter Bäumen platziert werden sollte. Eine Überdachung oder dicht überwachsende Äste bergen eine erhebliche Brandgefahr durch aufsteigende Hitze und Funkenflug. Wählen Sie stattdessen einen Bereich, der beispielsweise durch eine Hauswand oder eine Gartenmauer einen gewissen Schutz bietet, aber dennoch ausreichend Freiraum nach oben gewährleistet. Die Nähe zu Ihrem Essplatz, sei es die Terrasse oder ein Gartenpavillon, ist ebenfalls ein großer Vorteil. So bleiben die Wege kurz und Sie können die Gesellschaft Ihrer Gäste uneingeschränkt genießen, während Sie das Grillgut zubereiten.

Das Fundament: Stabilität für Generationen

Ein stabiler Grillkamin braucht ein solides Fundament. Beginnen Sie mit der Vorbereitung des Bauplatzes, indem Sie die Fläche sorgfältig ebnen. Eine Wasserwaage ist hierbei Ihr wichtigstes Werkzeug, um eine absolut waagerechte Basis zu gewährleisten. Unebenheiten können später zu Rissen im Mauerwerk führen und die Stabilität des gesamten Kamins beeinträchtigen.

Nach dem Ebnen wird eine etwa 5 cm dicke Schicht Beton gegossen, die als festes Fundament dient. Um eine saubere Kante und eine exakte Fläche zu erhalten, sollten Sie den Bereich mit Brettern einschalen. Diese Schalung sorgt dafür, dass der Beton nicht unkontrolliert verläuft und Sie eine präzise Grundfläche erhalten. Lassen Sie den Beton anschließend vollständig aushärten. Dies kann je nach Witterung und Betontyp mehrere Tage dauern. Ungeduld an dieser Stelle kann fatale Folgen für die Stabilität Ihres Bauwerks haben.

Das Mauern des Grillkamins: Schritt für Schritt zum Meisterwerk

Sobald das Fundament ausgehärtet ist, beginnt der eigentliche Bau Ihres Grillkamins. Die hier beschriebene Bauanleitung ist beispielhaft für eine Grillfläche von 40 x 60 cm und kann an Ihre individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Das Prinzip des Versatzmauerns ist dabei entscheidend für die Stabilität.

Die Technik des Versatzmauerns

Um die Stabilität des Mauerwerks zu erhöhen, wird der Kamin im Versatz gemauert. Das bedeutet, dass die Stoßfugen der übereinanderliegenden Steinreihen nicht direkt übereinanderliegen, sondern versetzt angeordnet sind. Dies erfordert, dass Sie in jeder zweiten Reihe einen Stein halbieren müssen. Beginnen Sie die erste Reihe links mit zwei ganzen Steinen für die Seitenwand. Im rechten Winkel dazu legen Sie drei ganze Steine für die Rückwand. Die rechte Außenwand wird wiederum im rechten Winkel zur Rückwand mit zwei ganzen und einem halben Stein gelegt.

Mörtel mischen und verarbeiten: Die richtige Konsistenz

Der Mörtel ist das Bindeglied Ihres Grillkamins. Mischen Sie den Fertigmörtel streng nach Herstellerangaben an. Dies ist entscheidend für die Festigkeit und Haltbarkeit der Fugen. Das Gemisch sollte eine homogene Masse bilden – nicht zu flüssig, damit es nicht wegläuft, aber auch nicht zu steif, damit es sich gut verarbeiten lässt und die Steine fest verbindet. Eine gute Faustregel ist eine Konsistenz, die an dicken Quark erinnert.

Setzen Sie zwischen den Steinen etwa 1 cm breite Fugen und verfüllen Sie diese sorgfältig mit dem Mörtel. Zwischen den Reihen wird eine Mörtelschicht von etwa 5 cm Stärke aufgebracht. Jede einzelne Reihe und jeder einzelne Stein muss mit der Wasserwaage exakt ausgerichtet werden. Selbst kleine Abweichungen summieren sich über mehrere Reihen und können dazu führen, dass Ihr Kamin schief wird oder instabil steht.

Reihe für Reihe: Der Aufbau des Mauerwerks

Die zweite Reihe Steine setzen Sie spiegelverkehrt auf die erste. Beginnen Sie also links mit zwei ganzen und einem halben Stein. Die Rückwand wird wiederum mit drei ganzen Steinen und die rechte Außenwand mit zwei ganzen Steinen aufgemauert. Fahren Sie in diesem Wechsel fort, bis Sie die vierte Reihe vollendet haben. Dieses Muster sorgt für die nötige Stabilität und Verbundwirkung des Mauerwerks.

Eisenstangen und Grillrostauflagen integrieren

Nach der vierten Reihe werden die vier Eisenstangen eingesetzt. Diese dienen der zusätzlichen Stabilität und werden quer und in gleichmäßigem Abstand über die Seitenwände gelegt und ebenfalls fest mit Mörtel fixiert. Ab dieser vierten Reihe mauern Sie nicht nur die Außenwände weiter hoch, sondern auch über die Eisenstangen hinweg. Mit jeweils fünf Steinen pro Reihe wird so eine geschlossene Fläche über den Stangen gemauert. Dies schafft eine stabile Basis für die weiteren Aufbauten und die spätere Esse.

Sobald Sie die gewünschte Arbeitshöhe erreicht haben, werden die Metallwinkel als Auflage für das Grillrost eingearbeitet. Setzen Sie dazu vier Winkel pro Reihe in die horizontale Fuge ein. Durch die Anordnung in verschiedenen Reihen erhalten Sie drei unterschiedliche Auflagepositionen für den Grillrost. Diese Flexibilität ist ein großer Vorteil, da Sie den Rost später einfach versetzen können, je nachdem, wie viel direkte Hitze Sie zum Grillen oder Backen benötigen. Dies ermöglicht präzises Garen und eine optimale Anpassung an verschiedene Grillgüter.

Mörtel entfernen: Der Weg zur sauberen Optik

Ein oft unterschätzter, aber entscheidender Schritt für die Ästhetik Ihres Grillkamins ist die Entfernung von überschüssigem Mörtel. Wenn dieser erst einmal vollständig ausgehärtet ist, wird die Reinigung zu einer mühsamen und zeitraubenden Aufgabe.

Der optimale Zeitpunkt für die Reinigung

Der beste Zeitpunkt für die Mörtelentfernung ist, wenn der Mörtel leicht angetrocknet, aber noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Er sollte fest genug sein, dass er nicht mehr verschmiert, aber noch weich genug, um sich mit einer Bürste entfernen zu lassen. Dies ist in der Regel nach einigen Stunden der Fall, abhängig von der Mörtelart, der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit.

Die richtige Technik: Diagonal bürsten

Nehmen Sie eine geeignete Bürste, idealerweise eine Fugenbürste oder eine feste Handbürste. Wischen Sie damit immer diagonal über die Fugen. Dieser diagonale Wisch verhindert, dass Sie zu viel Mörtel aus den Zwischenräumen reiben. Würden Sie parallel zu den Fugen bürsten, bestünde die Gefahr, dass Sie den noch nicht vollständig festen Mörtel aus den Fugen herausziehen und unschöne Vertiefungen entstehen. Das diagonale Vorgehen drückt den Mörtel eher noch in die Fuge hinein und sorgt gleichzeitig für eine glatte Oberfläche.

Sollten größere Mörtelreste an den Steinen kleben, die sich nicht mit der Bürste entfernen lassen, können Sie diese vorsichtig mit einem Maurerspachtel oder einer Kelle abkratzen, solange der Mörtel noch nicht steinhart ist. Achten Sie darauf, die Steine dabei nicht zu beschädigen.

Hartnäckige Flecken und Nachbearbeitung

Sollten doch einmal Mörtelspritzer vollständig aushärten und sich nicht mehr mechanisch entfernen lassen, gibt es spezielle Zementschleierentferner im Baumarkt. Diese sind säurehaltig und müssen sehr vorsichtig und nach Herstellerangaben angewendet werden, da sie die Steinoberfläche angreifen können. Testen Sie solche Produkte immer zuerst an einer unauffälligen Stelle. Eine gründliche Reinigung direkt nach dem Mauern erspart Ihnen diese aufwendigen Schritte.

Die Esse aufsetzen und den Kamin einweihen

Zum Schluss wird die Esse aufgesetzt. Sie ist nicht nur funktional, indem sie den Rauch abführt, sondern verleiht Ihrem Grill erst den richtigen Kamincharakter und macht ihn zu einem optischen Highlight in Ihrem Garten.

Aushärtungszeit beachten

Bevor Sie Ihren neuen Grill einweihen und die erste Grillparty schmeißen, ist es absolut entscheidend, dass der Mörtel richtig ausgehärtet ist. Die vollständige Aushärtung kann je nach Mörteltyp und Witterungsbedingungen mehrere Wochen dauern. Ein zu frühes Anfeuern kann zu Rissen im Mörtel führen und die Stabilität des gesamten Bauwerks gefährden. Informieren Sie sich über die genauen Aushärtezeiten des von Ihnen verwendeten Mörtels und halten Sie diese unbedingt ein.

Pflege und Schutz für lange Freude

Damit Sie lange Freude an Ihrem selbstgebauten Gartengrillkamin haben, ist auch die richtige Pflege wichtig. Im Winter sollten Sie die Esse geschützt unterstellen, um sie vor Frostschäden zu bewahren. Den Gartengrillkamin selbst decken Sie am besten von oben ab, um das Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz zu verhindern. Eine passende Abdeckplane schützt das Mauerwerk und die integrierten Teile vor Witterungseinflüssen und verlängert die Lebensdauer Ihres Grillkamins erheblich.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Welche Art von Mörtel sollte ich für den Grillkamin verwenden?

Für den Bau eines Gartengrillkamins eignet sich in der Regel ein Fertigmörtel für Mauerwerk. Achten Sie darauf, dass es sich um einen witterungsbeständigen Mörtel handelt, der auch für den Außenbereich geeignet ist. Manche Hersteller bieten auch spezielle Ofen- oder Kaminmörtel an, die besonders hitzebeständig sind, dies ist jedoch für den äußeren Aufbau eines Gartengrillkamins meist nicht zwingend erforderlich, es sei denn, Teile des Mörtels sind direkt hohen Temperaturen ausgesetzt.

Wie lange dauert es, bis der Mörtel vollständig ausgehärtet ist?

Die vollständige Aushärtungszeit hängt von der Mörtelart, der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab. Im Allgemeinen sollte man für die vollständige Belastbarkeit und Festigkeit des Mauerwerks mehrere Wochen (oft 3-4 Wochen) einplanen, bevor der Grill das erste Mal in Betrieb genommen wird. Für die mechanische Reinigung von Überschüssen reicht es jedoch, wenn der Mörtel „grün“, also leicht angetrocknet, ist (meist einige Stunden).

Kann ich den Grill sofort nach dem Bau nutzen?

Nein, auf keinen Fall. Es ist absolut wichtig, die vollständige Aushärtungszeit des Mörtels abzuwarten. Ein zu frühes Anfeuern kann zu Spannungsrissen im Mauerwerk führen, da das im Mörtel gebundene Wasser zu schnell verdampft. Dies kann die Stabilität und Langlebigkeit Ihres Grillkamins erheblich beeinträchtigen.

Was mache ich, wenn Mörtel auf das Grillrost oder andere Metallteile gelangt?

Mörtel sollte idealerweise sofort entfernt werden, solange er noch feucht ist. Sollten dennoch Reste auf Metallteile gelangen, versuchen Sie diese vorsichtig mit einer Bürste oder einem feuchten Tuch zu entfernen, solange der Mörtel noch nicht angetrocknet ist. Bei bereits angetrockneten Resten kann vorsichtiges Abkratzen helfen. Für hartnäckige Reste auf Metall kann unter Umständen ein Zementschleierentferner verwendet werden, der jedoch keine Korrosion am Metall verursachen darf. Testen Sie immer an einer unauffälligen Stelle.

Welche Werkzeuge benötige ich für die Mörtelentfernung?

Für die Entfernung von überschüssigem Mörtel benötigen Sie in erster Linie eine Fugenbürste oder eine feste Handbürste mit harten Borsten. Eventuell kann auch ein Maurerspachtel oder eine kleine Kelle hilfreich sein, um größere Anhaftungen vorsichtig zu lösen, bevor der Mörtel vollständig aushärtet.

Wie schütze ich meinen Grillkamin im Winter?

Um die Lebensdauer Ihres Grillkamins zu verlängern, sollten Sie die Esse im Winter abnehmen und an einem geschützten, trockenen Ort lagern. Das Mauerwerk des Kamins selbst decken Sie am besten mit einer atmungsaktiven, wasserdichten Abdeckplane ab. Dies schützt vor Frost, Feuchtigkeit und der Bildung von Algen oder Moos.

Der Bau eines eigenen Gartengrillkamins ist ein lohnendes Projekt, das handwerkliches Geschick und Geduld erfordert. Mit der richtigen Planung, sorgfältiger Ausführung und dem Wissen um den korrekten Umgang mit Materialien wie dem Mörtel, schaffen Sie ein Unikat, das Ihnen viele Jahre Freude bereiten wird. Jetzt bleibt nur noch eines: die nächste Grillparty zu planen und das selbstgebaute Meisterwerk gebührend einzuweihen!

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