Wie kann ich meine waren nach Kanada verschicken?

Handel mit Kanada: Ihr Export-Import Guide

07/06/2023

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Kanada, ein wirtschaftlich starker Partner mit einer stabilen Handelsbeziehung zur Europäischen Union, bietet Unternehmen vielfältige Möglichkeiten für Export und Import. Doch der Weg über den Atlantik birgt auch spezifische Anforderungen und bürokratische Hürden, die es zu kennen gilt. Insbesondere das umfassende Wirtschafts- und Freihandelsabkommen CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) hat die Rahmenbedingungen für den Warenverkehr erheblich vereinfacht und neue Türen geöffnet. Dieser Artikel führt Sie durch die wichtigsten Aspekte des Handels mit Kanada, von den Vorteilen des CETA-Abkommens über die notwendigen Zollverfahren bis hin zu praktischen Tipps für den Versand Ihrer Waren. Unser Ziel ist es, Ihnen eine fundierte Starthilfe zu geben, damit Ihre grenzüberschreitenden Geschäfte reibungslos und erfolgreich verlaufen.

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Inhaltsverzeichnis

Das CETA-Abkommen: Ihr Schlüssel zum kanadischen Markt

Das Comprehensive Economic and Trade Agreement (CETA) ist ein wegweisendes Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada, das darauf abzielt, den Handel mit Waren und Dienstleistungen zu erleichtern und neue Chancen für Unternehmen und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks zu schaffen. Seit seinem Inkrafttreten wurden die meisten Zölle auf industriell-gewerbliche Güter abgeschafft, was den Handel erheblich vereinfacht und kostengünstiger gemacht hat.

Konkret bedeutet dies, dass fast alle Produkte der Zolltarifkapitel 25-99, die unter CETA fallen, zollfrei nach Kanada exportiert werden können. Dies ist ein enormer Vorteil, der europäische Produkte auf dem kanadischen Markt wettbewerbsfähiger macht. Es gibt jedoch eine sogenannte „Negativliste“, die Zolltarifnummern aufführt, für die es keine vollständige Zollbefreiung, sondern möglicherweise Zollfreikontingente oder mehrstufige Zollabbaupläne gibt. Produkte, die nicht auf dieser Liste stehen, sind grundsätzlich zollfrei.

Voraussetzungen für CETA-Zollpräferenzen

Um die Zollbegünstigungen des CETA-Abkommens in Anspruch nehmen zu können, muss die Ware ihren Ursprung in der EU haben. Der Nachweis hierfür erfolgt über eine Ursprungserklärung auf einem Handelspapier, wie der Rechnung. Bei Sendungen mit einem Wert von über 6.000 EUR ist die Angabe der sogenannten REX-Nummer (Registered Exporter System) des Ausführers zwingend erforderlich. Diese Nummer bestätigt, dass der Ausführer als registriert gilt und die Berechtigung hat, Ursprungserklärungen für präferenzielle Waren auszustellen.

Die Ursprungserklärung muss einen spezifischen Wortlaut haben, der entweder auf Deutsch oder Englisch auf dem Handelspapier anzubringen ist:

  • Deutsch: "Der Ausführer (ermächtigter Ausführer; Bewilligungs-Nr. ...) der Waren, auf die sich dieses Handelspapier bezieht, erklärt, dass diese Waren, soweit nicht anderes angegeben, präferenzbegünstigte ... Ursprungswaren sind."
  • Englisch: "The exporter of the products covered by this document (customs authorisation No ...) declares that, except where otherwise clearly indicated, these products are of ... preferential origin."

Die korrekte Angabe des Ursprungslandes (z.B. "EU") ist dabei unerlässlich. Für nicht-präferenzielle Waren ist weiterhin ein Ursprungszeugnis notwendig, dessen Bestimmungen auf der Homepage der kanadischen Zollverwaltung detailliert nachzulesen sind.

Der Weg Ihrer Waren nach Kanada: Ein umfassender Leitfaden

Der Import- und Exportprozess nach Kanada wird von der Canada Border Services Agency (CBSA) verwaltet, die für Einfuhranmeldungen, Zölle und Steuern zuständig ist. Die grundlegenden Verfahren sind im Customs Act und im Customs Tariff festgelegt. Die kanadische Regierung ist bestrebt, die Importbestimmungen so einfach und ökonomisch effizient wie möglich zu halten, was den Handel für Unternehmen erleichtert.

Zollanmeldung und erforderliche Dokumente

Der erste Schritt bei der Einfuhr von Waren nach Kanada ist die Zollanmeldung. Diese kann elektronisch über das Single Window System (SWS) eingereicht werden, oder Sie können die Dienste eines erfahrenen Zollagenten in Anspruch nehmen. Die korrekte und vollständige Dokumentation ist entscheidend für eine reibungslose Abwicklung. Zu den grundlegenden Begleitpapieren gehören:

  • Handelsrechnung: Diese muss alle notwendigen Informationen enthalten, wie den "Transaction Value" (der tatsächlich für die nach Kanada exportierten Produkte bezahlte oder zu bezahlende Preis), die genaue Warenbezeichnung, Menge, Wert, Ursprungsland und die Angaben zu Käufer und Verkäufer. Obwohl eine spezifische kanadische Zollfaktura nicht mehr zwingend vorgeschrieben ist, ist eine detaillierte Handelsrechnung unerlässlich.
  • Packliste: Eine detaillierte Aufstellung des Inhalts der Sendung.
  • Frachtbrief (Konnossement / Bill of Lading oder Air Waybill): Das Transportdokument, das den Vertrag zwischen Versender und Spediteur belegt.
  • Gegebenenfalls Einfuhrgenehmigungen oder Prüfzertifikate: Für bestimmte Güter sind spezielle Lizenzen oder Nachweise über die Konformität mit kanadischen Standards erforderlich. Eine Auflistung dieser "Special Import Measures" nach Produktkategorien finden Sie auf der Homepage der CBSA.
  • Ursprungsnachweise: Insbesondere für die Inanspruchnahme von CETA-Zollpräferenzen, wie die bereits erwähnte Ursprungserklärung.

Wichtiger Hinweis zur Digitalisierung: Ab Oktober 2023 müssen sich alle Importeure, auch nicht-ansässige, im CARM (CBSA Assessment and Revenue Management) – einem digitalen Service der CBSA – registrieren lassen. Dies ist ein entscheidender Schritt zur Modernisierung der Zollabwicklung. Ebenso wird das bisherige Zollanmeldungsformular Canada Customs Coding Form B3 in die Commercial Accounting Declaration (CAD) umgewandelt, was zu automatisierten Warnungen und Neuberechnungen führen kann, um die Genauigkeit zu gewährleisten.

Zölle, Steuern und sonstige Abgaben

Kanada erhebt grundsätzlich Wertzölle, deren Höhe vom jeweiligen HS-Code des Produkts abhängt. Der kanadische Zolltarif ist direkt von der Website der CBSA abrufbar, und der Canada Tariff Finder hilft Ihnen, die geltenden Zölle zu überprüfen. Als Verzollungsgrundlage dient in der Regel der "Transaction Value".

Zusätzlich zu den Zöllen fällt bei der Einfuhr eine Einfuhrumsatzsteuer, die Goods and Services Tax (GST), an. Der Standardsatz beträgt 5% des "Transaction Value" und ist an das kanadische Finanzamt (CRA = Canada Revenue Agency) abzuführen. Bestimmte Waren wie Lebensmittel, medizinische Geräte und Bücher sind von der GST befreit oder werden nicht besteuert. Darüber hinaus können Kosten für den Zollagenten und Zollbearbeitungsgebühren anfallen.

Spezifische Importbestimmungen und Kennzeichnungspflichten

Neben den allgemeinen Zoll- und Steuerbestimmungen gibt es für bestimmte Warengruppen zusätzliche, nicht-finanzielle Anforderungen. Regierungsstellen wie Health Canada oder die Canadian Food Inspection Agency (CFIA) regulieren beispielsweise Lebensmittel, Pflanzen und Chemikalien. Für produktspezifische Anforderungen ist das Access2Markets Portal eine nützliche Informationsquelle.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Verpackungs- und Etikettierungsvorschriften gelegt werden. Der „consumer packaging and labelling act“ schützt Konsumenten und unterstützt sie bei Kaufentscheidungen. Eine spezielle Regelung besagt, dass die Etikettierung von Produkten für den Endverbraucher sowohl auf Englisch als auch auf Französisch erfolgen muss. Das Ursprungsland der Ware muss ebenfalls klar angegeben werden. Bei Lebensmitteln gibt es zudem spezifische Vorgaben für die „Nutrition Facts“, die sich von denen in den USA unterscheiden können.

Warenmuster und E-Commerce

Für die Einfuhr von Mustern können bestimmte Einfuhrgebühren erlassen werden, insbesondere wenn es sich um Muster von "negligible value" handelt, wie in den Verwaltungsrichtlinien des „CBSA Memorandum D8-2-8“ beschrieben. Muster ohne Handelswert sind zollfrei. Es empfiehlt sich, eine Zollfaktura mit dem Vermerk "Samples free of charge" oder "Samples without commercial value" vorzulegen. Gelegentlich kann der kanadische Zoll verlangen, dass ein Muster speziell gekennzeichnet oder so verändert wird, dass es nur als Muster, aber nicht anderweitig verwendet werden kann. Kanada ist auch Mitglied des Abkommens über die Erleichterung der Einfuhr von Warenmustern und Werbematerial, was die Nutzung des Carnet A.T.A. ermöglicht und die vorübergehende Einfuhr vereinfacht.

Der E-Commerce-Sektor in Kanada unterliegt seit dem 1. Juli 2021 neuen Steuerregelungen. Nicht ansässige Anbieter und Betreiber von Online-Plattformen müssen sich für die Goods and Service Tax (GST)/Harmonized Sales Tax (HST) in Kanada registrieren. Dies bedeutet, dass die GST/HST an kanadische Kunden zu verrechnen und an die Canada Revenue Agency (CRA) abzuführen ist. Dies gilt für den Verkauf digitaler Produkte und Dienstleistungen, Warenlieferungen aus Fulfillment-Lagern in Kanada, die direkt über Websites bestellt werden, sowie für die Bereitstellung kurzfristiger Beherbergungsleistungen über Plattformen.

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Paketversand und Restriktionen

Für den Post- oder Paketversand nach Kanada sind sämtliche Vorschriften auf der Homepage des kanadischen Zolls abrufbar. Die kanadische Post (CPC – Canadian Post Corporation) erhebt Bearbeitungsgebühren zwischen CAD 5 und 8, falls Zölle und/oder Steuern bei der Einfuhr anfallen. Für zoll- und steuerfreie Sendungen sowie für kommerzielle Sendungen mit einem Wert von über CAD 3.300 fallen keine CPC-Gebühren an. Sendungen mit einem Wert von unter CAD 20 sind immer zoll- und abgabenfrei, Geschenksendungen bis zu einem Wert von CAD 60.

Es gibt auch klare Verbote für den Versand bestimmter Gegenstände: Der Versand von Alkohol und Cannabis per Post ist ebenso untersagt wie der Versand von Gegenständen, für die ein Importverbot besteht (z.B. obszöne Materialien, Hasspropaganda, Streichhölzer mit weißem Phosphor, bestimmte Gebrauchtwagen oder Falschgeld). Bestimmte Warengruppen wie Waffen oder Cannabis unterliegen zudem einer strengen Importkontrolle, und für Einfuhren aus bestimmten Ländern können Sanktionen oder Strafzölle gelten.

Praktische Unterstützung und Dienstleister

Der internationale Handel, insbesondere mit einem Land wie Kanada, kann komplex sein. Glücklicherweise stehen Ihnen verschiedene Institutionen und Dienstleister zur Seite, um diesen Prozess zu erleichtern.

Die Wirtschaftskammer, sowohl über ihre Landeskammern als auch über die weltweiten AußenwirtschaftsCenter, ist eine zentrale Anlaufstelle. Sie bietet kompakte Erstinformationen und umfangreiches Wissen zu Bestimmungen in Österreich und beantwortet Fragen zum Zielmarkt Kanada – individuell und ohne Sprachbarriere. Das AußenwirtschaftsCenter Toronto hilft Ihnen beispielsweise gerne bei der Klärung steuer- und zollrechtlicher Fragen.

Für den physischen Versand Ihrer Waren stehen Ihnen zahlreiche etablierte Kurier- und Logistikdienstleister zur Verfügung. Dazu gehören international anerkannte Namen wie DHL Kanada, FedEx Kanada, UPS, Kuehne+Nagel Kanada und Livingston International. Auch spezialisierte Anbieter wie Tara Transport können eine wertvolle Unterstützung darstellen. Diese Dienstleister können Ihnen bei der Zollabfertigung helfen, den Transport organisieren und die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen.

Für den Import kleiner Pakete nach Kanada können Sie die Dienste von Kurierdiensten wie DHL, UPS, FedEx und Canada Post nutzen. Die typischen Versandkosten für ein 2kg-Paket liegen beispielsweise aus den USA zwischen CAD 25-50 für Economy-Versand und aus China zwischen CAD 20-40. Express-Sendungen sind natürlich zu höheren Preisen erhältlich, wobei die genauen Kosten stark vom Kurier, dem Zielort und der Dringlichkeit abhängen. Es empfiehlt sich, direkte Anfragen bei den Dienstleistern für präzise Preisinformationen zu stellen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was ist CETA und welche Vorteile bietet es?

CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada. Es erleichtert den Handel, indem es Zölle auf fast alle industriell-gewerblichen Güter abschafft, neue Geschäftschancen schafft und die Wirtschaft auf beiden Seiten ankurbelt. Für europäische Exporteure bedeutet dies oft zollfreien Zugang zum kanadischen Markt.

Muss ich mich als Importeur in Kanada bei CARM registrieren?

Ja, ab Oktober 2023 ist die Registrierung im CARM (CBSA Assessment and Revenue Management) für alle Importeure, auch nicht-ansässige, verpflichtend. Dies ist ein digitaler Service der Canada Border Services Agency (CBSA) zur Vereinfachung der Zollabwicklung.

Welche Dokumente benötige ich für den Export nach Kanada?

Die wichtigsten Dokumente sind eine detaillierte Handelsrechnung, eine Packliste und ein Frachtbrief. Je nach Art der Ware können auch Einfuhrgenehmigungen, Prüfzertifikate oder Ursprungsnachweise (insbesondere die Ursprungserklärung für CETA-Präferenzen) erforderlich sein.

Sind Warenmuster bei der Einfuhr nach Kanada zollfrei?

Muster ohne Handelswert können zollfrei eingeführt werden, insbesondere wenn sie als "Samples free of charge" oder "Samples without commercial value" auf der Zollfaktura gekennzeichnet sind. Für Muster von "negligible value" können Einfuhrgebühren gemäß spezifischen CBSA-Richtlinien erlassen werden. Die Nutzung eines Carnet A.T.A. ist ebenfalls möglich.

Muss ich als europäischer Online-Händler Steuern in Kanada abführen?

Ja, seit dem 1. Juli 2021 müssen sich nicht ansässige Anbieter und Betreiber von Online-Plattformen für die Goods and Service Tax (GST)/Harmonized Sales Tax (HST) in Kanada registrieren, wenn sie digitale Produkte, Dienstleistungen oder Waren über Fulfillment-Lager an kanadische Kunden verkaufen. Die GST/HST ist dann an die Canada Revenue Agency (CRA) abzuführen.

Wie lange dauert die Zollabfertigung in Kanada in der Regel?

Wenn alle Dokumente korrekt sind und die Waren nicht für eine weitere Inspektion gekennzeichnet sind, dauert die Zollabfertigung in der Regel 1-3 Arbeitstage. Verzögerungen können auftreten, wenn Dokumente unvollständig sind, zusätzliche Informationen benötigt werden oder eine physische Inspektion der Waren erforderlich ist.

Fazit

Der Handel mit Kanada bietet dank des CETA-Abkommens und einer zunehmend digitalisierten Zollabwicklung hervorragende Perspektiven für europäische Unternehmen. Eine gründliche Vorbereitung, das Verständnis der Importbestimmungen und die korrekte Handhabung der Dokumente sind jedoch entscheidend für den Erfolg. Nutzen Sie die Unterstützung von Experten und Dienstleistern, um Ihre Produkte effizient und regelkonform über die Grenze zu bringen. Mit dem richtigen Wissen und den passenden Partnern steht Ihrem erfolgreichen Export oder Import nach Kanada nichts im Wege. Machen Sie den ersten Schritt und erschließen Sie sich diesen vielversprechenden Markt!

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