Wie bereite ich Fischfilet zu?

Fischbratwurst selbstgemacht: Ein Grillerlebnis

03/06/2021

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Die Welt des Grillens ist voller Überraschungen und innovativer Ideen. Während für viele das Duell zwischen saftigem Steak und klassischer Bratwurst im Vordergrund steht, wagt sich die Grillmeisterin Anja Auer, bekannt als „Die Frau am Grill“, an eine ganz besondere Kreation: die Fischbratwurst. Ja, Sie haben richtig gehört – Fisch und Wurst in perfekter Harmonie! Dieses Rezept beweist, dass sich Gegensätze nicht nur anziehen, sondern auf dem Grill zu einem unglaublich schmackhaften und vor allem grätenfreien Genuss verschmelzen können. Vergessen Sie alles, was Sie über Fischstäbchen wissen, denn hier kommt eine Variante, die selbst eingefleischte Fleischliebhaber überzeugen wird und Kindern das Thema Fisch auf spielerische Weise näherbringt.

Wie bereite ich Fischfilet zu?
Fischfilet mit dem Messer fein hacken. Zwiebeln, Petersilie, Estragon und Dill ebenfalls fein hacken und zusammen mit etwas Zitronensaft, Meersalz und Pfeffer unter die Fischmasse kneten. (Wer möchte kann etwas von der Fischmasse zum Test in einer Pfanne ausbraten und bei Bedarf nachwürzen.)
Inhaltsverzeichnis

Warum selbstgemachte Fischbratwurst? Ein Fest für die Sinne und die Familie

Die Vorstellung, Bratwurst selbst herzustellen, mag auf den ersten Blick entmutigend wirken. Viele winken vielleicht ab und denken an komplizierte Prozesse und teure Ausrüstung. Doch Anja Auer zeigt, dass das Selbermachen von Würsten, insbesondere von Fischbratwürsten, überraschend einfach ist und sich sogar zu einem unterhaltsamen Projekt für die ganze Familie entwickeln kann. Es geht nicht nur darum, eine außergewöhnliche Delikatesse zu kreieren, sondern auch um die Kontrolle über die Zutaten, die Frische und die Möglichkeit, eigene Geschmacksnuancen zu entdecken.

Ein entscheidender Vorteil der selbstgemachten Fischbratwurst liegt in ihrer Grätenfreiheit. Dies macht sie zu einer idealen Option für Kinder, die oft wählerisch sind, wenn es um Fisch geht. Abseits von den üblichen Verdächtigen wie Fischstäbchen bietet diese Wurst eine spannende Alternative, um den Nachwuchs an gesunde Fischmahlzeiten heranzuführen. Es ist eine Gelegenheit, gemeinsam in der Küche zu werkeln, die Freude am Selbermachen zu erleben und am Ende ein Produkt zu genießen, das mit Liebe und Sorgfalt zubereitet wurde.

Die vier Säulen der perfekten Fischbratwurst

Um eine gelungene Fischbratwurst zu zaubern, sind vier Schlüsselelemente entscheidend, die Anja Auer in den Vordergrund stellt:

1. Der Wurstfüller: Ihr Helfer in der Wurstküche

Der Wurstfüller ist das Herzstück der Wurstproduktion. Wie auf vielen Bildern zu sehen, ist ein einfacher Wurstfüller bereits ab etwa 25 Euro im Handel erhältlich. Diese horizontalen Modelle erfordern oft eine zweite Person, die das Gerät beim Drehen festhält, um ein Verrutschen zu verhindern. Wer bereit ist, weitere 10 Euro zu investieren, findet oft vertikal aufstellbare Modelle, die sich an einer Tisch- oder Arbeitsplatte fixieren lassen. Der große Vorteil dieser Variante: Eine Person kann den gesamten Befüllvorgang alleine bewältigen, was den Prozess deutlich effizienter und komfortabler macht. Unabhängig vom Modell ist der Wurstfüller eine lohnende Investition, die das Befüllen der Därme zu einem Kinderspiel macht und für gleichmäßig gefüllte Würste sorgt.

2. Naturdärme: Die Hülle für Ihren Genuss

Was wäre eine Wurst ohne ihre Hülle? Für die Fischbratwurst kommen Naturdärme zum Einsatz, genauer gesagt Schafsdärme. Diese sind aufgrund ihrer Zartheit und Größe ideal für feine Bratwürste. Sie können sie in den meisten Metzgereien erwerben. Ein wichtiger Tipp: Informieren Sie Ihren Metzger frühzeitig über Ihren Bedarf und bestellen Sie die Därme vor. Es kann vorkommen, dass Metzgereien diese nicht immer sofort auf Lager haben. Vor der Verarbeitung sollten die Schafsdärme für etwa eine Stunde in lauwarmem Wasser (nicht über 40 Grad Celsius) erwärmt werden. Dieser Schritt macht die Naturdärme dehnfähiger und geschmeidiger, was das Befüllen erheblich erleichtert und das Risiko des Platzens minimiert.

3. Die Würze: Geschmacksvielfalt für Ihren Fisch

Die Auswahl der Gewürze ist eine persönliche Angelegenheit und bietet Raum für Kreativität. Typischerweise harmoniert Dill hervorragend mit Fisch und verleiht der Wurst eine frische, leicht herbe Note. Doch auch Estragon und Petersilie sind hervorragende Begleiter, die sich wunderbar in der Fischbratwurst machen. Estragon bringt eine feine Anisnote mit, während Petersilie für eine frische, krautige Komponente sorgt. Darüber hinaus können Sie mit einer Prise Zitronenschale, einer Spur von weißem Pfeffer oder sogar einer milden Paprikanote experimentieren, um Ihre ganz persönliche Lieblingswürzung zu kreieren. Meersalz und eine Prise Pfeffer sind die Grundpfeiler, die den Fischgeschmack optimal unterstreichen.

4. Die Fischauswahl: Das Herzstück der Wurst

Die Kardinalsfrage lautet: Welchen Fisch verwenden wir? Die Entscheidung hängt davon ab, ob Sie einen Meeresfisch oder Süßwasserfisch bevorzugen. Eine Mischung beider Arten ist denkbar, aber nicht zwingend notwendig. Für Meeresfisch bieten sich Dorsch, Rotbarsch oder Seelachs an, die alle einen milden bis charakteristischen Geschmack und eine gute Textur für die Wurstmasse aufweisen. Beim Süßwasserfisch sind Karpfen, Forelle oder Hecht ausgezeichnete Kandidaten. Achten Sie darauf, frische Filets zu verwenden und diese sorgfältig von Haut und eventuellen Restgräten zu befreien. Die Qualität des Fisches ist entscheidend für den Geschmack der fertigen Wurst.

Um Ihnen die Wahl des passenden Fisches zu erleichtern, hier eine kleine Übersicht:

FischartGeschmacksprofilTextur in der WurstFettgehalt
Kabeljau (Dorsch)Mild, leicht salzigFest, aber zartNiedrig
WildlachsIntensiv, charakteristischSaftig, festerMittel bis Hoch
SeelachsMild, leicht nussigZart, feinfaserigNiedrig
ForelleErdig, frischFein, zartMittel
KarpfenErdig, markantFest, eher grobMittel

Zutatenliste für 10 Personen

  • 500 g Wildlachsfilet
  • 500 g Kabeljaufilet
  • 500 g Seelachsfilet
  • 1 EL Meersalz
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1 TL Pfeffer
  • 1 Bund Dill
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Bund Estragon
  • Schafsdarm (Beim Metzger für die gewünschte Menge Brät bestellen)

Die Zubereitung der Fischbratwurst Schritt für Schritt

Die Herstellung der Fischbratwurst ist weniger kompliziert, als man vielleicht denkt. Mit etwas Vorbereitung und den richtigen Schritten gelingt sie garantiert:

  1. Darm vorbereiten: Legen Sie den Schafsdarm für circa eine Stunde vor dem Wursten in lauwarmes Wasser. Die Temperatur sollte 40 Grad Celsius nicht überschreiten. Dies macht den Naturdarm dehnfähiger und leichter zu verarbeiten.
  2. Fisch und Kräuter vorbereiten: Hacken Sie die Fischfilets mit einem scharfen Messer sehr fein. Es ist wichtig, eine möglichst feine Masse zu erhalten. Auch die Zwiebeln, Petersilie, Estragon und Dill werden ebenfalls fein gehackt.
  3. Masse vermengen und abschmecken: Geben Sie den gehackten Fisch, die Kräuter, Zwiebeln, Zitronensaft, Meersalz und Pfeffer in eine große Schüssel. Kneten Sie alles gründlich von Hand durch, bis eine homogene Masse entsteht. Wenn Sie unsicher bezüglich der Würzung sind, können Sie eine kleine Menge der Fischmasse in einer Pfanne anbraten und probieren. So können Sie bei Bedarf nachwürzen, bevor die Wurst gefüllt wird.
  4. Wurstfüllen: Füllen Sie den Wurstfüller mit der vorbereiteten Fischmasse. Ziehen Sie das vorgewärmte Schafsdarmende vorsichtig auf den Füllstutzen des Wurstfüllers auf. Knoten Sie das Ende des Naturdarms fest zu.
  5. Würste formen: Beginnen Sie nun, die Fischmasse vorsichtig und gleichmäßig in den Darm zu pressen. Achten Sie darauf, den Darm nicht zu straff zu füllen, da er sonst beim Garen platzen könnte. Lassen Sie etwas Spielraum. Sobald eine gewünschte Wurstlänge erreicht ist, drehen Sie den Darm an dieser Stelle ab, um einzelne Würste zu formen. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis die gesamte Fischmasse verarbeitet ist.

Die Kunst des Garens: Grill oder Pfanne?

Die selbstgemachten Fischbratwürste können sowohl auf dem Grill als auch in der Pfanne zubereitet werden. Wenn Sie sich für den Grill entscheiden, ist eine direkte, mittlere Grillhitze ideal. Legen Sie die Würste auf den Rost und wenden Sie sie regelmäßig, bis sie rundherum goldbraun sind und eine Kerntemperatur von etwa 65-70 Grad Celsius erreicht haben. Beachten Sie einen wichtigen Hinweis: Da Fisch weniger fetthaltig ist als Schweinefleisch, werden die Fischbratwürste beim Braten oder Grillen nicht so stark zischen. Das ist völlig normal und kein Zeichen dafür, dass etwas falsch läuft. Es zeigt lediglich den geringeren Fettgehalt an.

Alternativ können die Fischbratwürste auch hervorragend in der Pfanne zubereitet werden. Erhitzen Sie etwas Öl oder Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze und braten Sie die Würste langsam von allen Seiten an, bis sie gar und appetitlich gebräunt sind. Dies ist eine hervorragende Option, wenn das Wetter nicht mitspielt oder Sie einfach eine schnelle Zubereitung wünschen.

Serviervorschläge: Perfekte Begleiter zur Fischbratwurst

Eine so besondere Wurst verdient auch besondere Begleiter. Anja Auer empfiehlt, zur Fischbratwurst einen frischen Gurken-Kartoffelsalat zu servieren. Die leichte Säure des Salats bildet einen wunderbaren Kontrast zum Fisch. Eine feine Remoulade, selbstgemacht oder hochwertig gekauft, rundet das Geschmackserlebnis perfekt ab. Für die Getränkebegleitung empfiehlt sich ein Glas trockener Weißwein, der die feinen Aromen des Fisches unterstreicht. Wer lieber Bier trinkt, findet in einem kühlen Pils die passende Erfrischung. Guten Appetit!

Lagerung und Haltbarkeit

Frisch zubereitete Fischbratwürste sollten idealerweise noch am selben Tag verzehrt oder innerhalb von 1-2 Tagen im Kühlschrank aufbewahrt werden. Da Fisch sehr empfindlich ist, ist eine schnelle Verarbeitung und Kühlung wichtig. Die gute Nachricht ist, dass sich Fischbratwürste hervorragend einfrieren lassen. Dazu sollten Sie die rohen Würste luftdicht verpacken, beispielsweise in Gefrierbeuteln oder Vakuumbeuteln, und einfrieren. So sind sie mehrere Monate haltbar. Vor der Zubereitung einfach langsam im Kühlschrank auftauen lassen.

Häufig gestellte Fragen zur Fischbratwurst

Kann ich auch andere Fischsorten verwenden?
Ja, prinzipiell können Sie jeden Fisch verwenden, der Ihnen schmeckt und sich gut zerkleinern lässt. Achten Sie auf den Fettgehalt und passen Sie die Würzung entsprechend an. Fische wie Zander oder Lachsforelle sind ebenfalls gute Optionen. Wichtig ist, dass die Filets grätenfrei sind.
Benötige ich unbedingt einen Wurstfüller?
Ein Wurstfüller erleichtert den Prozess erheblich und sorgt für gleichmäßig gefüllte Würste. Theoretisch könnten Sie auch einen Spritzbeutel mit großer Tülle oder sogar eine umgebaute Plastikflasche nutzen, aber das ist deutlich aufwendiger und das Ergebnis ist oft weniger professionell. Für den Anfang kann es eine Notlösung sein, doch die Investition in einen Füller lohnt sich schnell.
Wie lange sind die Fischbratwürste haltbar?
Frisch zubereitet sollten die Fischbratwürste im Kühlschrank innerhalb von 1-2 Tagen verbraucht werden. Sie lassen sich aber auch hervorragend einfrieren. Im Gefrierfach sind sie dann mehrere Monate haltbar. Beschriften Sie die Verpackung immer mit dem Einfrierdatum.
Was mache ich, wenn der Darm beim Befüllen platzt?
Das kann passieren, besonders wenn der Darm zu fest gefüllt wird oder eine Schwachstelle hat. Schneiden Sie einfach das geplatzte Stück ab, knoten Sie das Ende des Darms erneut und fahren Sie fort. Es ist ratsam, etwas mehr Darm zu bestellen, als Sie voraussichtlich benötigen, um für solche Fälle gewappnet zu sein. Übung macht hier den Meister!
Warum zischt meine Fischbratwurst nicht so stark wie eine normale Bratwurst?
Wie im Artikel erwähnt, liegt das am geringeren Fettgehalt von Fisch im Vergleich zu Schweinefleisch. Weniger Fett bedeutet weniger Austritt und somit weniger Zischen. Das ist ganz normal und kein Zeichen für eine schlechte Zubereitung, sondern ein Qualitätsmerkmal des mageren Fisches.
Kann ich die Würste auch ohne Zwiebeln zubereiten?
Ja, wenn Sie keine Zwiebeln mögen oder vertragen, können Sie diese weglassen. Der Geschmack wird dadurch etwas milder, aber die Kräuter und der Fisch selbst sorgen für ausreichend Aroma. Experimentieren Sie hier ruhig mit anderen Gemüsesorten, die fein gehackt werden können, wie zum Beispiel Lauch.

Die selbstgemachte Fischbratwurst ist mehr als nur ein Rezept; sie ist eine Einladung, die Grenzen des traditionellen Grillens zu erweitern und neue Geschmackswelten zu entdecken. Mit der Anleitung von Anja Auer, „Die Frau am Grill“, wird dieses ungewöhnliche, aber unglaublich leckere Gericht zu einem Highlight auf jeder Grillparty und einer Bereicherung für den Speiseplan. Probieren Sie es aus und lassen Sie sich von diesem einzigartigen Grillerlebnis überzeugen!

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