Was ist der Unterschied zwischen Winterreifen und Sommerreifen?

Sommer- vs. Winterreifen: Die große Frage

23/10/2023

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Die Wahl der richtigen Bereifung ist entscheidend für Ihre Sicherheit auf der Straße. Doch während die meisten Autofahrer wissen, dass Winterreifen im Winter unverzichtbar sind, herrscht oft Unsicherheit darüber, ob man Winterreifen auch im Sommer fahren darf. Die Antwort ist komplexer als ein einfaches Ja oder Nein. Dieser Artikel beleuchtet die grundlegenden Unterschiede zwischen Sommer- und Winterreifen und erklärt detailliert, warum der Wechsel je nach Jahreszeit nicht nur sinnvoll, sondern lebenswichtig sein kann.

Welche Reifen sind die besten?
Für das breite, mit "befriedigend" beurteilte Mittelfeld, in das sich die Modelle von Semperit, Hankook, Continental, Pirelli, Yokohama, Giti und Firestone einreihen, gilt wie immer: Als Alternative akzeptabel, wenn man sich der jeweiligen Stärken und Schwächen der Reifen bewusst ist.
Inhaltsverzeichnis

Winterreifen vs. Sommerreifen: Der grundlegende Unterschied

Auf den ersten Blick mögen alle Autoreifen gleich aussehen, doch unter der Oberfläche verbergen sich entscheidende Unterschiede, die sie für spezifische Wetterbedingungen optimieren. Die Hauptmerkmale, die Winter- und Sommerreifen voneinander abgrenzen, sind ihre Gummimischung und das Profildesign.

Die Gummimischung: Flexibilität bei Kälte vs. Stabilität bei Hitze

Winterreifen sind speziell für niedrige Temperaturen, Schnee und Eis konzipiert. Ihre Gummimischung ist deutlich weicher und flexibler als die von Sommerreifen. Diese besondere Zusammensetzung sorgt dafür, dass der Reifen auch bei Minusgraden nicht verhärtet und somit optimalen Grip auf kalten, nassen, schneebedeckten oder vereisten Fahrbahnen gewährleistet. Die Flexibilität ermöglicht es dem Reifen, sich perfekt an die winterlichen Straßenoberflächen anzupassen, was für eine verbesserte Bodenhaftung und kürzere Bremswege unerlässlich ist.

Im Gegensatz dazu verfügen Sommerreifen über eine härtere Gummimischung. Diese ist darauf ausgelegt, bei höheren Asphalttemperaturen stabil zu bleiben und nicht zu weich zu werden. Eine zu weiche Gummimischung bei Hitze würde zu einem schwammigen Fahrverhalten, erhöhtem Verschleiß und vor allem zu einer drastischen Verlängerung des Bremsweges führen. Die Härte der Sommerreifen sorgt für Stabilität, Präzision und Effizienz bei warmem Wetter.

Das Profil: Lamellen für Grip im Schnee vs. Rillen für Wasserableitung

Ein weiterer wesentlicher Unterschied liegt im Profil der Reifen. Winterreifen sind durch ihre charakteristischen, tiefen Profilrillen und die Vielzahl feiner Einschnitte, die sogenannten Lamellen, leicht zu erkennen. Diese Lamellen öffnen und schließen sich während der Fahrt und arbeiten wie kleine Greifzähne, die sich in Schnee und Eis verzahnen. Dies sorgt für eine exzellente Traktion und einen sicheren Halt beim Anfahren, Beschleunigen und Bremsen auf winterlichen Straßen. Die breiten Rillen des Winterreifenprofils sind zudem dafür konzipiert, Schnee und Matsch effektiv aufzunehmen und abzuleiten, wodurch die Gefahr von Aquaplaning bei Schneematsch und Nässe reduziert wird.

Sommerreifen hingegen besitzen ein weniger komplexes, aber dafür optimiertes Profil mit größeren, durchgehenden Profilblöcken und breiteren Längsrillen. Dieses Design ist darauf ausgelegt, Wasser schnell und effizient von der Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn abzuleiten, um Aquaplaning bei starkem Regen zu verhindern. Die größere Kontaktfläche der Sommerreifen auf trockenem Asphalt ermöglicht zudem eine präzisere Lenkung und eine bessere Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten.

Kennzeichnung: Das Alpine-Symbol

Seit 2018 ist das Alpine-Symbol (eine stilisierte Bergkette mit Schneeflocke) die verbindliche Kennzeichnung für Winterreifen. Dieses Symbol garantiert, dass der Reifen bestimmte Prüfkriterien unter winterlichen Bedingungen erfüllt. Ältere Winter- und Ganzjahresreifen mit der bloßen M+S-Kennzeichnung sind seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr für das Fahren bei winterlichen Bedingungen zugelassen, es sei denn, sie wurden vor diesem Datum hergestellt.

Warum Winterreifen im Sommer ein Sicherheitsrisiko sind: Der ADAC Test

Die Vorstellung, sich den lästigen und kostspieligen Reifenwechsel zu sparen, indem man Winterreifen einfach das ganze Jahr über fährt, mag verlockend erscheinen. Doch trotz der Tatsache, dass es in Deutschland grundsätzlich erlaubt ist, Winterreifen im Sommer zu fahren, ist dies aus Sicherheitsgründen keine gute Idee. Ein umfassender Test des ADAC hat die gravierenden Nachteile und Gefahren deutlich aufgezeigt.

Der Testaufbau: Winterreifen bei Sommertemperaturen

Der ADAC verglich drei verschiedene Winterreifenmodelle mit unterschiedlichen Restprofiltiefen mit einem Referenz-Sommerreifen. Die Tests wurden unter verschiedenen Temperaturbedingungen durchgeführt: auf trockener Fahrbahn bei frühlingshaften 10 bis 13 Grad Celsius und bei sommerlichen 35 Grad Celsius; auf nasser Fahrbahn bei 10 bis 13 Grad Celsius und bei 25 Grad Celsius. Ziel war es, die Auswirkungen sommerlicher Außentemperaturen auf die für Kälte, Eis und Schnee ausgelegten Winterreifen zu ermitteln.

Wie erkenne ich einen Winterreifen?
An der Kennzeichnung auf der Reifenflanke erkennt man Winterreifen am Alpine-Symbol (Schneeflocke im dreigezackten Berg). Seit 1. Oktober 2024 sind ältere Winter- und Ganzjahresreifen mit bloßer M+S-Kennzeichnung nicht mehr für das Fahren bei winterlichen Bedingungen (Schnee, Eis und Schneematsch) zugelassen.

Eklatante Schwächen beim Bremsen

Die Testergebnisse waren eindeutig und besorgniserregend. Alle drei getesteten Winterreifen zeigten auf trockener Fahrbahn eklatante Schwächen beim Bremsen, insbesondere bei höheren Temperaturen. Während die Winterreifen auf nasser Fahrbahn noch akzeptable Werte im Vergleich erzielten, verlängerte sich der Bremsweg aus Tempo 100 auf trockener Straße drastisch im Vergleich zu Sommerreifen. Ein anschauliches Beispiel verdeutlicht die Gefahr: Wo ein Auto mit Sommerreifen sicher vor einem Hindernis zum Stehen kommt, wäre das Fahrzeug mit Winterreifen noch mit einer Geschwindigkeit von rund 37 km/h unterwegs. Der ADAC ermittelte im schlimmsten Fall eine Bremswegdifferenz von bis zu 16 Metern.

Interessanterweise zeigte sich ein Detail: Je höher die Profiltiefe der Winterreifen und je höher die Umgebungs- und Asphalttemperaturen waren, desto länger fiel der Bremsweg aus. Bei Winterreifen mit nur noch 4 Millimetern Restprofil reduzierten sich die Differenzen zwar auf etwa 5 Meter – immer noch ein zu langer Weg bis zum Stillstand, aber besser als das Worst-Case-Szenario.

Schwammiges Fahrverhalten und verminderte Fahrstabilität

Neben dem verlängerten Bremsweg zeigten sich auch deutliche Unterschiede im Kurvenverhalten. Mit zunehmender Außentemperatur ließ die Haftung der Winterreifen auf der Straße spürbar nach. Das Fahrverhalten wurde als schwammig und unsicher beschrieben. Besonders bei einem voll beladenen Fahrzeug, wie es oft auf Urlaubsreisen der Fall ist, verschlechterte sich die Fahrstabilität zusätzlich. Schon kleine Lenkbewegungen in lang gezogenen Kurven und Autobahnausfahrten konnten zu einer spürbaren Beeinträchtigung führen.

Die Gefahren im Detail: Bremsweg, Fahrstabilität und Aquaplaning

Die im ADAC-Test festgestellten Schwächen von Winterreifen bei sommerlichen Bedingungen haben direkte Auswirkungen auf die Fahrsicherheit. Es ist wichtig zu verstehen, warum diese Reifen bei Wärme nicht optimal funktionieren und welche konkreten Gefahren daraus resultieren.

Verlängerter Bremsweg: Eine kritische Sekunde

Der Bremsweg ist eine der wichtigsten Sicherheitskennzahlen im Straßenverkehr. Ein verlängerter Bremsweg, wie er bei Winterreifen im Sommer auftritt, kann den Unterschied zwischen einem Beinahe-Unfall und einem schweren Aufprall ausmachen. Die weichere Gummimischung der Winterreifen wird bei hohen Temperaturen noch weicher und „schmieriger“. Der Reifen kann die entstehenden Scherkräfte beim Bremsen nicht mehr effizient auf die Fahrbahn übertragen. Die Reibung, die für den Bremsvorgang entscheidend ist, nimmt ab, und der Reifen beginnt früher zu rutschen. Die Tatsache, dass ein Fahrzeug mit Winterreifen bei 100 km/h noch mit 37 km/h unterwegs ist, wenn ein Sommerreifen-bestücktes Auto bereits steht, bedeutet eine enorme Distanz und eine hohe Aufprallenergie. Diese zusätzliche Strecke kann entscheidend sein, um ein Hindernis, ein stehendes Fahrzeug oder einen Fußgänger noch rechtzeitig zu vermeiden.

Beeinträchtigte Fahrstabilität und Handling

Das schwammige Fahrverhalten und die verminderte Fahrstabilität sind direkte Folgen der weichen Gummimischung und des speziell geformten Profils der Winterreifen. Bei hohen Temperaturen verformt sich die weiche Gummimischung stärker unter Belastung, was zu einem unpräzisen Lenkgefühl führt. Die Lamellen, die im Winter für Grip sorgen, werden im Sommer zu einem Nachteil, da sie dem Reifen auf trockenem Asphalt keine durchgehende, stabile Kontaktfläche bieten. Dies äußert sich in einer schlechteren Rückmeldung von der Straße, einem verzögerten Ansprechverhalten der Lenkung und einer erhöhten Seitenneigung in Kurven. Besonders in Notsituationen, bei abrupten Lenkbewegungen oder beim Ausweichen, kann dies zu einem Kontrollverlust über das Fahrzeug führen. Ein voll beladenes Fahrzeug verstärkt diese Effekte zusätzlich, da das erhöhte Gewicht eine noch stärkere Verformung des Reifens verursacht.

Aquaplaning-Gefahr: Auch im Sommer ein Thema

Obwohl Sommerreifen für die Wasserableitung optimiert sind, können Winterreifen bei extremen Regenfällen im Sommer paradoxerweise eine erhöhte Aquaplaning-Gefahr darstellen, insbesondere wenn ihr Profil bereits stark abgefahren ist (unter 3 mm). Während die tiefen Rillen von Winterreifen im Winter Schnee und Matsch gut ableiten, können sie bei hohen Geschwindigkeiten und starkem Regen im Sommer an ihre Grenzen stoßen. Wenn die Gummimischung bei Wärme zu weich wird, kann sie die notwendige Steifigkeit verlieren, um das Wasser effektiv zu verdrängen. Das Fahrzeug kann leichter aufschwimmen, was zu einem vollständigen Verlust der Lenk- und Bremsfähigkeit führt. Ein intaktes Profil ist hierbei entscheidend, doch die spezifische Geometrie der Winterreifen ist nicht auf die hohen Wassermengen und Geschwindigkeiten ausgelegt, die im Sommer auftreten können.

Wann Winterreifen im Sommer „erlaubt“ sind – und wann nicht

Die rechtliche Lage in Deutschland ist klar: Es gibt keine generelle Pflicht, Winterreifen im Sommer abzunehmen. Man darf sie weiterfahren. Doch wie der ADAC-Test zeigt, ist das, was erlaubt ist, nicht immer das, was sicher ist. Es gibt jedoch bestimmte Szenarien und Überlegungen, die eine Nutzung von Winterreifen in den Übergangsmonaten möglicherweise weniger kritisch machen, aber niemals im Hochsommer.

Das „Aufbrauchen“ alter Winterreifen in den Übergangsmonaten

Viele Autofahrer überlegen, ihre etwas betagteren Winterreifen, die für den nächsten Winter nicht mehr taugen, im Frühjahr einfach draufzulassen und den Sommer über „abzufahren“. Dies mag aus Nachhaltigkeitsgründen sinnvoll erscheinen, doch der ADAC rät dennoch davon ab. Sollte man sich dennoch dafür entscheiden, ist dies nur unter sehr spezifischen Bedingungen und ausschließlich in den Übergangsmonaten (z.B. April, Mai oder September, Oktober) vertretbar, wenn die Temperaturen noch nicht konstant hoch sind.

Was ist der Unterschied zwischen Winterreifen und Sommerreifen?

Wichtige Punkte beim „Aufbrauchen“ beachten:

  • Hohe Temperaturen meiden: Winterreifen gehören nicht in den Hochsommer. Die hohen Asphalttemperaturen sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko.
  • Profiltiefe beachten: Die Nachteile von Winterreifen im Sommer fallen geringer aus, wenn die Profiltiefe bereits reduziert ist, idealerweise zwischen 4 und 5 Millimetern. Unterhalb dieser Tiefe verringern sich die negativen Eigenschaften, da die weiche Gummimischung weniger Material hat, das sich verformen kann. Allerdings: Weniger als 3 Millimeter Profiltiefe erhöht wiederum das Risiko von Aquaplaning erheblich, da der Reifen dann nicht mehr genügend Wasser ableiten kann.
  • Vermeidung hoher Geschwindigkeiten: Winterreifen sind bei schnellen Fahrten oder hohen Asphalttemperaturen besonders gefährlich. Hohe Geschwindigkeiten führen zu einer stärkeren Erwärmung des Reifens, was seine Leistung stark beeinträchtigt und die oben beschriebenen Gefahren (verlängerter Bremsweg, schwammiges Fahrverhalten) verstärkt.

Winterreifen mit nahezu voller Profiltiefe sollten im Sommer auf keinen Fall weiterverwendet, sondern für den nächsten Winter aufbewahrt werden.

Internationale Regelungen: Das Beispiel Italien

Während in Deutschland das Fahren von Winterreifen im Sommer erlaubt ist, gibt es in anderen europäischen Ländern strengere Regelungen. Ein bekanntes Beispiel ist Italien: In den Sommermonaten (16. Mai bis 14. Oktober) ist es dort verboten, mit Winter- oder Ganzjahresreifen zu fahren, es sei denn, diese weisen einen Geschwindigkeitsindex auf, der mindestens dem in der Zulassungsbescheinigung Teil I festgesetzten Geschwindigkeitsindex des Fahrzeugs entspricht. Dies zeigt, dass andere Länder die Sicherheitsrisiken von Winterreifen bei hohen Temperaturen ernster nehmen und entsprechende Vorschriften erlassen haben.

Ganzjahresreifen: Eine Alternative?

Wer sich den saisonalen Reifenwechsel sparen möchte, könnte Ganzjahresreifen – auch Allwetterreifen genannt – als Alternative in Betracht ziehen. Diese Reifen sind ein Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen und sollen bei Temperaturen zwischen minus 30 und plus 40 Grad Celsius funktionieren. Sie sind ebenfalls mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet und somit für winterliche Bedingungen zugelassen.

Vor- und Nachteile von Ganzjahresreifen

Vorteile:

  • Kein saisonaler Reifenwechsel notwendig, spart Zeit und Kosten.
  • Ein Satz Reifen für das ganze Jahr.

Nachteile:

  • Sie sind ein Kompromiss: In der Regel erreichen Ganzjahresreifen nicht die Spitzenleistungen spezialisierter Sommer- oder Winterreifen.
  • Bei extremen Bedingungen (sehr strenger Winter oder sehr heißer Sommer) können sie an ihre Grenzen stoßen.
  • Schnellerer Verschleiß im Sommer im Vergleich zu reinen Sommerreifen.

ADAC Tests zu Ganzjahresreifen

Die Qualität von Ganzjahresreifen verbessert sich stetig. ADAC Tests zeigen, dass diese Reifen immer besser werden. Im Ganzjahresreifentest 2024 wurde sogar erstmalig ein Modell mit der Bewertung „gut“ ausgezeichnet. Auch Reifen, die „befriedigend“ abgeschnitten haben, können für bestimmte Fahrprofile empfehlenswert sein. Es ist jedoch entscheidend, das individuelle Einsatzprofil des Fahrzeugs sowie die Stärken und Schwächen der jeweiligen Ganzjahresreifenmodelle genau zu kennen und auf aktuelle Testergebnisse zu achten.

Für Vielfahrer, die oft unter extremen Bedingungen unterwegs sind, oder für Fahrer, die das Maximum an Sicherheit und Performance wünschen, bleiben spezialisierte Sommer- und Winterreifen die beste Wahl. Für Wenigfahrer oder jene, die überwiegend in Regionen mit mildem Klima unterwegs sind, können Ganzjahresreifen eine praktikable und sichere Lösung darstellen.

Fazit: Sicherheit geht vor

Die Entscheidung zwischen Sommer- und Winterreifen ist keine Frage des Komforts oder der Bequemlichkeit, sondern eine des verantwortungsvollen Handelns und der Sicherheit. Die wissenschaftlichen Tests und praktischen Erfahrungen zeigen deutlich, dass jede Reifenart für spezifische Temperaturbereiche und Fahrbahnbedingungen optimiert ist. Die Gummimischung und das Profildesign sind keine Zufallsprodukte, sondern das Ergebnis intensiver Forschung und Entwicklung, um unter extremen Bedingungen maximale Sicherheit zu gewährleisten.

Grundsätzlich ist daher dringend davon abzuraten, Winterreifen im Sommer zu verwenden. Ihre Profile und ihre weiche Gummimischung sind auf niedrige Temperaturen ausgelegt und verlieren bei höheren Asphalttemperaturen ihre entscheidenden Vorteile. Hier sind Sommerreifen eindeutig überlegen, bieten kürzere Bremswege, stabilere Fahreigenschaften und ein präziseres Handling.

Besonders bei voll beladenem Fahrzeug, etwa auf Urlaubsreisen, ist die Verwendung von Winterreifen im Sommer kritisch zu sehen. Hohe Temperaturen und schwere Lasten führen zu einer stärkeren Erwärmung der Lauffläche und unzureichendem Grip, was die Unfallgefahr erheblich erhöht.

Was ist der Unterschied zwischen Winterreifen und Sommerreifen?
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Wer dennoch abgefahrene Winterreifen in den Übergangsmonaten „aufbrauchen“ möchte, sollte dies nur unter strengen Auflagen tun: hohe Temperaturen und Geschwindigkeiten meiden und die Profiltiefe im Blick behalten. Die sicherste und empfehlenswerteste Lösung bleibt jedoch der saisonale Reifenwechsel. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr Fahrzeug stets optimal auf die jeweiligen Straßen- und Wetterbedingungen eingestellt ist und Sie und Ihre Mitfahrer sicher ans Ziel kommen.

Vergleichstabelle: Sommerreifen vs. Winterreifen

MerkmalWinterreifenSommerreifen
GummimischungWeicher, kälteresistent, flexibel bei MinustemperaturenHärter, hitzebeständig, stabil bei hohen Temperaturen
ProfilGrobe Blöcke, tiefe Rillen, viele Lamellen (für Schnee & Eis)Weniger Rillen, optimiert für Wasserableitung, größere Kontaktfläche
HaftungOptimal auf Schnee, Eis, Matsch und kalter NässeOptimal auf trockener und nasser Fahrbahn bei Wärme
Bremsweg (bei optimalen Bedingungen)Kürzer im Winter, deutlich länger im SommerKürzer im Sommer, deutlich länger im Winter
Verschleiß bei WärmeSchneller, da weicher und für Kälte optimiertLänger, da für Hitze ausgelegt
Fahrstabilität (bei optimalen Bedingungen)Sehr gut bei Kälte und WinterbedingungenSehr gut bei Wärme und trockenen/nassen Bedingungen
KennzeichnungAlpine-Symbol (Schneeflocke im Berg), z.T. M+S (älter)Keine spezifische Winterkennung
Einsatzbereich (Faustregel)Unter 7°C, bei Schnee, Eis, MatschÜber 7°C, trockene und nasse Fahrbahn

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Darf man Winterreifen im Sommer fahren?

Ja, in Deutschland ist es gesetzlich erlaubt, Winterreifen im Sommer zu fahren. Es gibt keine Pflicht, sie abzumontieren. Aus Sicherheitsgründen ist dies jedoch nicht empfehlenswert, da Winterreifen bei hohen Temperaturen erhebliche Nachteile in Bezug auf Bremsweg und Fahrstabilität aufweisen.

Warum sind Winterreifen im Sommer gefährlich?

Winterreifen haben eine weichere Gummimischung und ein spezielles Profil mit vielen Lamellen, die für Grip bei Kälte, Schnee und Eis optimiert sind. Bei hohen Sommertemperaturen wird diese Gummimischung zu weich, was zu einem deutlich längeren Bremsweg, einem schwammigen Fahrverhalten und verminderter Fahrstabilität führt. Dies erhöht das Unfallrisiko erheblich.

Wie erkenne ich einen Winterreifen?

Winterreifen erkennt man am „Alpine-Symbol“ (eine Schneeflocke im dreigezackten Berg) auf der Reifenflanke. Ältere Modelle können auch nur die „M+S“-Kennzeichnung tragen, diese ist jedoch seit dem 1. Oktober 2024 für winterliche Bedingungen nur noch eingeschränkt gültig.

Was ist das Alpine-Symbol?

Das Alpine-Symbol ist eine gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung für Winterreifen. Es bestätigt, dass der Reifen in einem genormten Test auf Schnee bestimmte Mindestanforderungen an die Traktion erfüllt und somit für winterliche Straßenverhältnisse geeignet ist.

Kann ich abgefahrene Winterreifen im Sommer „aufbrauchen“?

Es wird generell davon abgeraten. Wenn überhaupt, sollte dies nur in den Übergangsmonaten (Frühling/Herbst) geschehen, wenn die Temperaturen noch nicht konstant hoch sind. Die Profiltiefe sollte dabei zwischen 4 und 5 mm liegen und hohe Geschwindigkeiten sowie heiße Asphalttemperaturen unbedingt gemieden werden. Unter 3 mm Profiltiefe steigt zudem das Aquaplaning-Risiko stark an.

Sind Ganzjahresreifen eine gute Alternative?

Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss für das ganze Jahr. Sie sind mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet und können sowohl im Winter als auch im Sommer verwendet werden. Ihre Leistung erreicht jedoch selten das Niveau spezialisierter Sommer- oder Winterreifen, insbesondere bei extremen Wetterbedingungen. Für Wenigfahrer oder in Regionen mit mildem Klima können sie eine praktikable Lösung sein, aber die individuellen Einsatzbedingungen sollten sorgfältig geprüft werden.

Was passiert bei einem Unfall mit falschen Reifen?

Obwohl das Fahren mit Winterreifen im Sommer in Deutschland nicht explizit verboten ist, kann bei einem Unfall die Versicherung die Leistung ganz oder teilweise verweigern, wenn nachgewiesen wird, dass die ungeeignete Bereifung (z.B. Winterreifen im Hochsommer bei einem Bremswegunfall) ursächlich für den Unfall oder eine Verschlimmerung war. Im Winter ist das Fahren mit Sommerreifen bei winterlichen Bedingungen klar verboten und kann zu Bußgeldern und Punktabzügen führen, sowie die Versicherungsleistung beeinträchtigen.

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